Nationale Schulen
Das bißchen Planwirtschaft kann doch so schwer nicht sein: Der “Erweiterte Vorstand” des Deutschen Komponistenverbands klagt an, “dass der E-Musikanteil innerhalb des geschützten Repertoires im Vierjahresdurchschnitt bei nur 3,3 % liegt” (DKV Informationen 2/2011, S. 30), Bezug nehmend auf Zahlen der GEMA zur Musik in den Hörfunksendern von BR, HR, MDR, NDR, SR, SWR und WDR in den Jahren 2005 bis 2010. In der Tat sind die Schunkelkanäle von NDR1 bis MDR Figaro für Neue Musik nicht gerade berühmt. Aber Autor Matthias Drude kann der Statistik auch Gutes abgewinnen, nämlich “die jüngste Entwicklung im U-Musik-Bereich”: 2010 wuchs der Anteil deutscher Beiträge gegenüber nichtdeutschen um über 6% auf 33,4%, was doch schon “erfreulicher” sei.
Bei dieser “signifikanten Steigerung des inländischen Anteils” hofft Drude nun, dass das keine Ausnahme bleibt. Der Erweiterte Vorstand werde beraten, “wie wir auf politischer Ebene agieren und nachdrücklich eine Erhöhung des inländischen Anteils an E- und U-Musik im Sinne des Kulturauftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einfordern können.”
Eine Erhöhung des inländischen Anteils (zumal im Sinne eines Kulturauftrags) fände auch bei Nationalmusikanten wie Florian Silbereisen sicher Zuspruch (bei Harald Schmidt verfocht er mal die hohe Qualität deutscher Popmusik), ein Volkstümler ohne Raum in den Sendeplätzen. Es spreche der inländische Musikfachmann Heino (“Deutschlandlied”, “Wacht am Rhein”, “Schlesierlied”, “Ich hatt’ einen Kameraden”):

