Weihnachtsoratorium im Gewandhaus
Und zwar volles Brot, alle Kantaten I-VI, keine halben Sachen, heuer, am ersten Freitag nach Epiphanias, gewisserma?üen auf den wirklich allerletzten Dr?ºcker. Aber warum nicht, kam ja fr?ºh mal wieder, das Weihnachtsfest, das ist so schnell verpasst. Zumal McPaper l?§ngst beginnt, Faschingsaccessoires auszulegen. Also eine zweite Chance heute, und gleich in der nicht unanstrengenden, sitzintensiven und zum Einnicken einladenden Komplettfassung. Mal eine Pause nach dem dritten Teil (die k?ºndigte Gewandhauschef Schulze pers??nlich an), und wohl vor allem zugunsten der Kameraleute, damit die sich mal strecken und die F?º?üe vertreten bzw. f?ºnf Minuten hinsetzen konnten.
Chailly leistete ganze Arbeit, der Abend war ein Genuss. Die Lattke-Br?ºder sangen frisch, der j?ºngere gab vom Evangelistenthron neben den Bratschen einen prima Und-was-geschah-danach?-Erz?§hler, der ?§ltere lie?ü f?ºr die Koloraturen enthusiastisch sein Zwerchfell zappeln. Der Dresdner Kammerchor war mit dem besten Orchesterdirigenten der Stadt gut eingespielt, sang herrlich leicht und dynamisch beweglich, am Pult Nummero eins war mein Lieblingskonzertmeister Breuniger besetzt – und seit den Brandenburgischen, die im ?úbrigen dieser Tage endlich und Gott sei Dank doch noch bei Decca erscheinen, wei?ü ich l?§ngst, dass im Gewandhaus in Sachen J.S. Bach schon die halbe Miete bezahlt ist, sobald Julian Sommerhalder die Trompete bl?§st!
Lob des Leipziger Publikums: V??llige Applaussicherheit, das l?§sst einen entspannen beim Zuh??ren. Allein, das Gehuste d?ºrfte weniger sein. Ich steh an – Hust! – deiner – Hust! – Krippe… – Hust! – … Das geht einfach nicht! Meine Sitznachbarin, die ich bis heute nicht kannte, muss nun noch mit dem Auto nach Halle zur?ºck. Bei dem Schnee – die Arme! Ob Sie und ihr Gatte es schaffen, sehe ich dann beim n?§chsten Konzert der Aboserie.


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