Dienstag, 8. Dezember 2009

Insbesondere von Frauen, Seniorinnen und Senioren

„…, Lesben und Schwulen, Sorbinnen und Sorben, Migrantinnen und Migranten und Menschen mit Beeinträchtigung“. Ich räume auf und bin im Begriff, auch das Parteiprogramm der in unerhört kapital daher kommender Schreibweise DIE LINKE dem Recycling zuzuführen. Vorher noch einige Anstreichungen aus dem roten Parteiheftchen. An. Dieser. Stelle. Die Partei, was nicht so gemeint es, wie es aussehen mag, also ich meine nicht Die Partei, ebendiese also, um die es hier geht, schreibt sich nämlich mit Punkt am Ende, „DIE PARTEI.“, was ein Händchen für effiziente. Sachlichkeit. Andeuten. Mag. Voll postmoderne Interpunktion, ist zwar hintergestrig, aber in solchem Sinne könnte diese Label-Idee vielleicht programmatisch gedacht gewesen sein.

Die Linke, kennt jeder. Klare Ansage auf Seite 4: „Denn aller Reichtum entsteht nicht“ … – übrigens lese ich dieser weihnachtlichen Tage Sätze, die mit „denn“ beginnen, doppelt gerne, das klingt so nach Luther-Übersetzung – „… aller Reichtum entsteht nicht, weil“ … – man könnte ja in ihrer Anrede der Linken ein Schippchen schlagen und den Parteinamen unverblümt messianisch aufmotzen, z.B. zu DIe LInke, LAfontaine usw. – „…nicht, weil die wenigen, die über ihn verfügen, so viel getan hätten. Er ist vielmehr das Ergebnis der Tätigkeit der vielen, die nur wenig davon haben.“ Viele. Das Stichwort, „ Stadion der Hunderttausend“ usw. Hat man schon mal gehört, die „Partei der sozialen Sicherheit und Gerechtigkeit“, klare Sache.

Dann kommen paar prima Ideen, z.B. das „Seniorenmitwirkungsgesetz“ (man könnte ja mal eine Eingabe machen). Zumal Sachsen „endlich eine moderne Familienpolitik“ brauche. „Zu lange hat die CDU konservative Wertvorstellungen zum Leitbild erhoben, welche an der Lebensrealität der Menschen und an ihren Problemen vorbei geht.“ Bzw. umgekehrt. Egal. Unfreiwillig heiter gerät der Absatz zum Gedenkstättengesetz: In Sachsen dominiere „seit vielen Jahren ein staatlich verordnetes Geschichtsbild in der offiziellen Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, die bundesweit einmalig ist.“ Ne, klar, staatlich verordnetes Geschichtsbild, voll doof. Zwei Seiten weiter hingegen schießt das Programm diffus nach vorne: „Wir halten am Ziel fest, Geheimdienste im Freistaat Sachsen abzuschaffen“. Eine weitreichende Forderung nach den Erfahrungen der DDR? Welche Geheimdienste überhaupt? Verfassungsschutz? Die „KOMMUNISTISCHE PLATTFORM DER PARTEI DIE LINKE. (KPF)“ alldieweil würd’s sicher danken. Dann noch die obligatorische Passage gegen den politisch komplementären Flügel: „…konsequent gegen rechte Denkmuster…“, „…gesamtgesellschaftliche Ächtung der extremen Rechten“, „…dagegen kämpfen, dass es rechten Gruppen und ihren oft gewalttätigen Anhängern“, „DIE LINKE. Sachsen wird alle antifaschistischen Projekte … unterstützen“. Yay! Sogar „Antifaschismus“ untergebracht. Aber gab es nicht auch extreme Linke? Kam mir an den 1.-Mai-Tagen immer so vor.

Am 25. April 2009 beschlossen und am 8. Dezember auf dem besten Wege, geschreddert und endlich neu bedruckt zu werden.

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