Perché?
Wäre der Figaro nicht so eine Bühnensau, hätten Spaß- und Spannungsbogen schon deutlich vor Abschluss des ersten Akts ihr Ende gehabt. Im zweiten war dann nichts mehr zu retten. – Wiederaufnahme in der Oper Leipzig von Rossinis „Barbier“. So heiter das Bienchen- und Blümchen-Setting von Claus Guth zu Anfang auch wirkt, so wenig trägt es von allein, wenn die Leute auf der Bühne nicht anständig geführt und choreographiert werden. So nahm sich von Beginn an das Spektakel ziemlich klamaukig aus, und Klamauk ist mitnichten gleich lustig. Der Schluss der Oper hatte dann sogar gar keinen Witz mehr, mit biederen Gesten bestätigte das Bühnengeschehen den biederen Humor des Stücks. (Was im Übrigen überhaupt nicht geht, sind Choristen in Anzügen und Leute auf der Bühne, die ins Publikum zeigen.)
Und wer zeichnet verantwortlich für die Übertitelmaschine? Da war kein Durchsteigen mehr, nach welchen Kriterien mit oder ohne Apostroph Wörter zusammengezogen oder Buchstaben getilgt wurden, mal hieß es „ich hör’“, mal „ich schwörs“, mal „hinter’s“. Skeptisch fragen durfte man angesichts der gerne verdreifachten bzw. dramatisch kumulierend vermischten Frage- und Ausrufezeichen, wie überzeugt die Macher selbst denn waren mit ihrem Bühnengeschehen. Man möchte meinen, wenn die Szene ein dramatisches „ö?“ nicht vermitteln kann, dann ist die Übertitelprojektion „!!!“ oder auch „!?!“ keine brauchbare Notlösung mehr. Gar keine Erklärung gibt es wohl für schriftmäßige Verquarkungen wie „HAHAHAHAHA“ oder „seeeeeeeeehr“ (beides sinngemäß zitiert).

