Rebecca Saunders in Dresden
Die Staatskapelle in Dresden gönnt sich Neue Musik frei Haus, nennt das etwas historistisch seinen „Capell-Compositeur“ – im Veranstalterneudeutsch sagte man wohl „Composer in Residence“ –, was die nmz.de getrost zur „Capell-Compositrice“ korrigiert, und darf sich nun im Laufe ihrer Saison 2009/2010 einer Reihe neuer und neuer-neuer Werke derselben Feder, nämlich der Rebbeca Saunders’, Britin des Jahrgangs 1967, erfreuen. Im 1. Sinfoniekonzert führten Kapelle und ihr GMD Fabio Luisi, den wir hier in Leipzig alle vermissen, „Traces (New Version)“ auf, das überraschenderweise, wiewohl nur in Erstfassung, bei Youtube angehört und sogar -gesehen werden kann (Teil 1, 8:23 Minuten – Teil 2, 9:02 Minuten, Staatskapelle Dresden, Luisi, BBC Proms). Alldieweil fällt die zweite geplante Saunders-Aufführung, „G and E on A“ für Orchester und 27 Spieluhren, bereits flach: fürs 2. Sinfoniekonzert an diesem Sonntag angesetzt, scheitert sie an einer Erkrankung Fabio Luisis bzw. an dessen Einspringer Christian Thielemann, dem umstrittenen Münchener oder Eben-doch-nicht-Münchener, der fürs Dirigieren solcher Musik, die neuer ist als Bruckner, nicht eben Berühmtheit genießt. Die Aufführung nachgeholt wird in Dresden im 12. Sinfoniekonzert im Juni des kommenden Jahres, dicht gefolgt von einem neuen-neuen Kontrabasskonzert für Solisten und 6 Spieler, das Andreas Wylezol, im Hause 1. Solist am Kontrabass, bestreitet.
Update: Vonseiten der Staatskapelle ließ man mich heute wissen, mitnichten – und entgegen der offiziellen Informationen vom Verlag C.F. Peters – erklänge im 12. Sinfoniekonzert Saunders’ „G and E on A“, vielmehr stünde „ein Neues Orchesterwerk (2010), also eine Uraufführung auf dem Programm. Dabei handelt es sich um ein Auftragswerk der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Der exakte Titel des Werks ist derzeit noch unbekannt.”

