RB Leipzig 3:1 gegen den FC Sachsen
Ein prima Spiel vor 7.000 Zuschauern in meiner Nachbarschaft: Im Zentralstadion fegte der RB Leipzig (RB wahlweise für „Rasen Ball“ oder „Red Bull“) den FC Sachsen Leipzig vom Platz. (Für die Menschen von Außerhalb: Ja, beide Mannschaften tragen die Stadt im Namen, eine dritte Mannschaft tut das ebenfalls, nein, keines der drei Teams spielt 1. oder 2. oder 3. Bundes- oder zumindest Regionalliga.) Mit leidenschaftlichem Gegröle durften die Sachsen-Fans ihre Mannschaft bei deren Niederlage begleiten. Bei den Fans vom RB – bisher kaum 30 Personen im „harten Kern“! – ist man sich noch nicht einig, was man ruft und singt. „R.B.L.“ zu skandieren jedenfalls halte ich für Blödsinn, da die Abkürzung keinen einzigen harten Konsonanten und auch sonst nur knödelige E- und (in der regionalen Mundart) ?ñ-Laute bereithält. Genauso doof ist das Bekenntnis zu einem „L.E. Bulls“. Erstens erinnert der Stier an die Nacken und körperliche Konstitution ebenjener unsympathischen Gewaltpotenten, wegen derer die sächsische Polizei bei anderweitigen Stadtderbys mit Hundertschaften antreten muss. Zwotens ist die Abkürzung L.E., zumal mit den Unsinn ergebenden Punkten, peinlich, mindestens so peinlich wie der Leipziger Opernball (mit wirklich tollen Gästen wie Mario-Max, dessen Stiefvater ein Prinz zu Doppelname ist. Mario-Max… – dem könnte man durchaus einen eigenen Eintrag widmen, er gäb’s her!). Die Grünweißen jedenfalls im Block B vom FC Sachsen nölten lautstark über die „Millionäre“ von Red Bull und entrollten ein Spruchband mit der Aufschrift: „Emotionen kann man nicht kaufen!“ Aber ein Eintrittsticket schon und eine Currywurst auch, kurzum, die Sache war ein netter Sonntagsausflug, sodass man den Sachsen nur mit auf den Weg geben kann: Sorgt euch nicht, der RB ist bald außer Sichtweite, in Kürze habt ihr die untersten Ligen wieder ganz für euch.

