Wednesday, 30. September 2009

Blind gestimmt ist halb gewonnen

O.T.

Monday, 28. September 2009

66,1% Wahlbeteiligung

“…Jeder, der uns zuschaut…” – Guido Westerwelle schaut schelmisch in der Elefantenrunde, l?§chelt und lehnt sich im Sessel zur?ºck. Er schaut in die Kamera allzud?§mlich wie Dieter Hallervorden. Wer w?§hlte nur diesen?

Die Leipziger sind nicht gerade die Oberdemokraten. 66 Prozent, kaum zwei Drittel, ging zur Wahl. Peinlicher Haufen. Mitten in der Stadt. Und wenn sie w?§hlen, dann CDU oder die Linke.

In Berlin sitzt bei der ARD Westerwelle in Schuljungenpose in der Runde und f?§llt auf wie zuvor durch Formeln, durch Situationsrhetorik, durch gespielte Vern?ºnftigkeit. Nichts zur Sache, nichts vom Koppe her. Er bleibt von den Liberalen. Den Schwund kann man ihm schon kaum mehr verdenken – wahrscheinlich deformiert die lange Zeit in der Opposition. Westerwelle gibt sich staatsm?§nnisch belehrend: “die Deutschen haben sich ja f?ºr eine schwarz-gelbe Mehrheit eingesetzt.” Er sagt:
“Deswegen bedanke ich mich bei unseren B?ºrgerinnen und B?ºrgern, unserem Volk” oder verdeutlicht: “Bei allem Respekt vor Frau Merkel, sie verschenkt keine Stimmen, sie verschenkt keine W?§hler. Sondern die B?ºrgerinnen und B?ºrger schenken sie uns” oder ergeht sich in sachfernen H??flichkeitsattit?ºden: “Wenn Sie mir erlauben, einen kleinen Augenblick dazu zu sagen [sic]: Bei allem Respekt, und ich habe ja auch viel Verst?§ndnis daf?ºr, dass die Lage nicht einfach ist…” oder erl?§utert: “…sondern nur die B?ºrgerrinnen und B?ºrger, so einfach ist das in der Demokratie” oder zickt: “… aber bitte respektieren Sie die Entscheidung der B?ºrgerinnen und B?ºrger” oder pathetisiert: “…aber die W?§hler haben’s gewollt, das muss man so zur Kenntnis nehmen” oder m?§rchenonkelt: “Wir beide kennen uns ja noch aus Zeiten, wo wir noch gemeinsam in der Opposition gesessen sind” (Relativischer Anschluss? Gesessen sind oder gesessen haben?) oder gibt sich obervern?ºnftig: “Ich habe Ihre Frage beantwortet und wenn Sie, ?§?§?§h, bitte so freundlich w?§ren, meine Reden auch vorzutragen” oder dumm?ºberh??ht sich: “…ich verstehe das journalistische interesse…” Und wenn man Au?üenguido unterbrochen wird sagt er “… wenn Sie mir nur die Gelegenheit geben w?ºrden…” oder qu?§kt: “Die Deutschen haben diese Koalition beendet, Herr Steinmeier, die Deutschen haben…” oder vern?ºnftelt: “Darf ich nur um eines bitten: Schauen Sie, nun ist der Wahlkampf doch wirklich vorbei” oder richtet sich an Lafontaine: “Sie haben jetzt die ganze Zeit in dem Wahlkampf immer die Reden gehalten, hier s?§?üe der personifizierte Teufel – jetzt haben’s die B?ºrger ganz anders entschieden! Jetzt werden Sie doch langsam mal wieder normal!” oder f?ºgt hintan: “… wie uns die W?§hlerinnen und W?§hler beauftragt haben.”

Unangenehm sollte es jedem, der FDP w?§hlte, ab 0:26:47 werden. Schade um Steini. Doof: Guido, Karrierekanaille.

Sunday, 27. September 2009

Und selbst wenn

Herr Westerwelle, Sie sind nicht willkommen.

Saturday, 26. September 2009

Willy Brandt ans Fenster

Ich habe Speck, ich habe Petersilie, ich habe Zwiebeln und Knoblauch. Aber keine weich kochenden Kartoffeln ‚Äì die hat der Konsum-Markt aus dem Sortiment genommen. Liebes Konsum-Team, morgen ist Wahl, das habt ihr wohl vergessen? Wahltag ist Festtag, alte B?ºrgerregel. Die drei Ks der Bundesttagswahl: Kartoffelsuppe essen, Kanzler w?§hlen, Kaffee trinken. Meinetwegen vorher noch Kottesdienst. Ja, ich habe Migrationshintergrund (ich komme aus den alten Bundesl?§ndern). Aber ich fragte nach weich kochenden Kartoffeln, fr?ºher hattet ihr die. Ich fragte nicht nach Hammelbeinen. Und ich koche indoor. Nicht im Tiergarten. Euer Laden mag genossenschaftlich organisiert sein, meinetwegen (auch ich lasse euch die Traditionen). Integrationsbestrebt jedenfalls ist er nicht.

Sozialdemokratische Gr?º?üe

Wednesday, 23. September 2009

Ihr bekommt Merkel. Sagt Ritter Sport.

Worin unterscheidet sich eine Tafel Schokolade von Kanzlerin Merkel und umgekehrt? Ist die Politik doch korrupter, als man hoffte? L?§sst sich die Industrie angesichts der Bundestagswahl hinrei?üen zu leidenschaftlicher Parteinahme in banalster Produktwerbung? ‚Äì Diese Fragen stellten sich heute beim Anblick einer elektrisch bewegten Plakatwand, auf der zwei beleuchtete Werbungen per Motor sich nach jeweils einigen Sekunden abwechselten. Erst die Kanzlerin, in gr?ºnem Zwirn, mit blauen Augen, vor schwarzem Grund: ‚ÄûWir w?§hlen die Kanzlerin‚Äú (‚ÄûDritte Welle Gro?üfl?§chen‚Äú, kennen wir ja schon). Die verschwindet dann aus dem Bild und wird ‚Äì gleitend, und zwar abw?§rts! ‚Äì verdr?§ngt zugunsten einer Schoki-Werbung der Sorte ‚ÄûOlympia‚Äú. Ein starkes St?ºck! Wo bleibt die W?ºrde des Amtes? Bei Peter Sodann galten ‚ÄûTatort‚Äú plus Kandidatur als das Amt sch?§digend. Schokolade (‚ÄûJoghurt ‚Äì Honig ‚Äì Nuss ‚Äì Traubenzucker‚Äú) plus Kanzler aber geht?

Aber da kommt schon die Werbung von Ritter Sport ins Bild ‚Äì und macht das Plakatdoppel perfekt: ‚ÄûIhr wollte sie zur?ºck. Ihr bekommt sie zur?ºck!‚Äú steht da in ebenso gro?üen Buchstaben wie vorher ‚ÄûKanzlerin‚Äú. Zielt die Werbung darauf, mit Merkel oder anderer Wahlwerbung im Alternationsmodus plakatiert zu werden? Die Schokoladentafel ist ges?§umt von angeblichen Kundenstimmen: ‚ÄûDaf?ºr w?ºrde ich alles tun‚Äú, oder: ‚ÄûIch hab sie geliebt‚Äú, oder: ‚ÄûWann kommt sie endlich wieder?‚Äú. In diesem Kontext den Betrachter kurz seine Augenbrauen l?ºften lassen lie?üen wiederum Statements wie diese: ‚ÄûGeschmacklich un?ºbertrefflich und unvergessen…‚Äú oder sogar: ‚ÄûKann es kaum erwarten, wieder diesen Geschmack auf der Zunge zu haben!‚Äú Nun gut.

Erstaunlich allemal: ‚ÄûIhr wollt sie zur?ºck. Ihr bekommt sie zur?ºck!‚Äú ‚Äì dann wieder: ‚ÄûWir w?§hlen die Kanzlerin‚Äú. Oder umgekehrt. Auf ihrer Website gibt sich die Schokoladen-Marke nicht weniger ambivalent und nennt betreffende Sorte ‚ÄûDas Comeback des Jahres‚Äú. ‚ÄûSeien Sie ruhig w?§hlerisch‚Äú steht daneben. Ebendiese Schokoladenmarke, wei?ü aber jeder Niedersachse, stand der Politik noch nie ganz fern: Oliver Kalkofe hatte einmal den Zusammenhang hergestellt zwischen ‚ÄûRitter Sport‚Äú und ‚ÄûRitter S?ºssmuth‚Äú.

Sunday, 20. September 2009

Studivz-Wahlshow: toll, toll, toll

“Toll, dass ihr gekommen seid!”, “Toll, dass ihr Fragen gestellt habt!”: Wahlp?§dagogik im ZDF in Zusammenarbeit mit Studivz. Mme mit struppigem Haar (“out-of-bed”, hmm, jung, dynamisch, stylish!) beugt sich herab zu den Anfangzwanzigern in der Couchecke und macht ein Stimmungsbild: “Wie hat dir denn Gysis Auftritt gefallen?” Der Umgang mit Menschen erinnert irgendwie an den Disyneyclub und deren Kindergartenrhetorik.

Update: Sich bei Studivz einloggen und an der prominent platzierten und grandios einfach zu handhabenden Sonntagsfrage partizipieren (einloggen & auf eines der Parteienlogos klicken, die auf der Willkommenseite angezeigt werden) – geheime Wahl ist was anderes. (NB. “VZnet Netzwerke Ltd. … verzeichnet aktuell circa 15 Mio. Mitglieder.”) Erstaunlich ist das Ergebnis: 22% f?ºr die Piraten, 19% CDU, 18% SPD, 14% FDP, 12% Gr?ºne. Gemessen an den allgemeinen Verlusten kommt die SPD glatt gut weg. Unter diesen Vorzeichen jedenfalls s?§he eine “Gro?üe Koalition” anders aus als bisher; von einer Splitterpartei k??nnte in Sachen Piraten keine Rede mehr sein. (Was sagen diese “Wahlergebnisse” eigentlich aus ?ºber die VZ-Community? Sch??nes Magister-Thema. Wahrscheinlich will es nur niemand bearbeiten. Schon f?ºr die “Kevin-Studie” der Uni Oldenburg wollte sich anf?§nglich ja kein P?§dagogikstudent finden lassen.) Hier im Osten jedenfalls reagiert man auf Politikverdrossenheit – nun schon in zweiter Parlamentsgeneration, f?ºr Sachsen gesprochen – mit der NPD. Und online? (“Erstaunliche Naivit?§t … Mangel an Einsicht”, Spiegel Online am 18.09.2009, “ganz gleich ob als Partei oder Bewegung”, Frank Schirrmacher, FAZ am 20.09.2009)

Thursday, 17. September 2009

Konwitschny ?ºber die Oper Leipzig

Mit gro?üer Freude erwarten wir Nonos ‚ÄûAl gran sole‚Äú in der Leipziger Oper. Die ??ffentliche Probe (Ausverkauft? War doch freier Eintritt…) gab einen kleinen allerersten Eindruck. Der Plan der Leipziger ist gro?ü und ambitioniert. Das Gewandhausorchester d?ºrfte den Nono bestens im Griff haben, das bewies es k?ºrzlich erst unter der Leitung Chaillys mit Luigis Opus 1, den kanonischen Variationen. Doch in der Oper sollte es noch spannender werden: Peter Konwitschny f?ºhrt Regie, und dessen Auslassungen (die meistens freudvoll zu lesen sind) zu Leipzig, zu Oper insgesamt und seiner eigenen T?§tigkeit gab er der nmz zu Notiz:

Zun?§chst m?ºsse das Repertoire ¬´von Unsinn sauber¬ª gemacht werden. ¬´Da muss St?ºck f?ºr St?ºck Qualit?§t und Verbindlichkeit einziehen¬ª, sagte er. … Es brauche mindestens drei Jahre, bis sich herumspricht, dass sich die Qualit?§t gewandelt hat. ¬´Man muss die Nerven bewahren, wenn man was ?§ndern will.¬ª … Bei den k?ºnftigen Ver?§nderungen setzt Konwitschny vor allem auf junge Regisseure. ¬´Es ist schon unglaublich, wer hier alles Regieauftr?§ge bekommen hat. Wir brauchen junge Regisseure, deren Grundhaltung zur Aufgabe des Theaters, zu der unseren, passen muss¬ª, sagte der Chefregisseur. ¬´Zombies¬ª h?§tten in Leipzig k?ºnftig keine Chance. … ¬´Eigentlich h?§tte ich doch l?§ngst in Bayreuth inszenieren m?ºssen. Dass ich bisher nicht dorthin eingeladen wurde, ist doch eher ein Verlust f?ºr die Wagner-Rezeption in Deutschland als f?ºr mich¬ª, sagte er.
Update: Vollst?§ndiges Gespr?§ch mit Angelika Rausch/ddp in der nmz

Thursday, 17. September 2009

Amoklauf in Ansbach

Ansbach, Ansbach? Den Ort kenne ich doch? – Klar: am 14. Juni besuchte eine leipziger Abordnung ein Konzert des Nordbayerischen Jugendorchesters im Onoldiasaal. Die betroffene Schule steht nur einige hundert Meter entfernt. Der Amoklauf ist eine bedr?ºckende Nachricht zum Tagesanfang.

Wednesday, 16. September 2009

Rheingold Express

Ich in Berlin. Die Abfahrt aus Leipzig war so verlaufen: Gro?üe Aufruhr gegen 17.30 Uhr am Gleis 9, was mein Fortkommen betraf, ging doch mein ICE ab Gleis 11. Auf Gleis 10 stand kein Zug, weswegen der Blick aus dem Fester auf den seltsamen Trubel prima frei war. Zwischen Gleis 9 und Gleis 10 standen Polizisten, dahinter auf dem Steig ein Haufen von Fotografen, Kameraleuten und M?§nnern im Anzug. Pl??tzlich trudelt ein DB-Zug von altmodischer Form und nostalgischem Ocker ein, Action unter den Journalisten, die ich nun nicht mehr sehen kann, dann startet mein Intercity Express. Was war da los? 1. Video, 2. L??sung.

Der Fortgang der Dinge gestaltete sich folgenderma?üen: Berlin S?ºdkreuz, falsche S2 nach Blankenfelde, Priesterweg, Attilastra?üe, Aus- bzw. Umstieg in Marienfelde, richtige S2 nach Bernau. Potsdamer Platz: ‚ÄûEntschuldigen Sie, ich suche den Tiergarten‚Äú ‚Äì ‚ÄûOh, der ist aber gro?ü…‚Äú Ritz-Carlton passieren, Bellevuestra?üe, Tiergartenstra?üe: Ben-Gurion-Stra?üe, Philharmonie, Staatsvertretungen von Indien, Saudi-Arabien und Baden-W?ºrttemberg, Stauffenbergstra?üe, Hiroshimastra?üe. Ausstellungser??ffnung in Haus der Konrad-Adenauer-Stiftung. R?ºckweg gleicherma?üen: Indische Botschaft, Hiroshimastra?üe, Stauffenbergstra?üe, Philharmonie, Zuversicht (CDU-Plakat, ‚ÄûDritte Welle Gro?üfl?§chen‚Äú), Ben-Gurion-Stra?üe, Bellevuestra?üe, Potsdamer Platz, S?ºdkreuz, Nachtzug Richtung Z?ºrich, Halle an der Saale, S-Bahn, Leipziger Hauptbahnhof (Merkel schon wieder daheim), McDonald‚Äôs.

Tuesday, 15. September 2009

In Berlin

Nach einem inspirierenden Herbstrundgang durch die Werkst?§tten und Galerien auf dem Leipziger Spinnereigel?§nde am Sonntag besuche ich heute in Berlin wieder eine Ausstellung, den “EHF-?úberblick” im Haus der Konrad-Adenauer-Stiftung am Tiergarten. Mit Choreographien und Leinw?§nden der K?ºnstler- sowie Poetrie der Schriftstellerstipendiaten. Ich genie?üe den Ausflug!

Sunday, 13. September 2009

Legno tratto?

Es ist gang und g?§be, dass gegen?ºber dem Komponisten die Streicher motzen, mit dem Holz der Bogenstange die Saiten zu schlagen oder zu streichen (obgleich sp?§testens seit Gustav Mahler eine ?úblichkeit, sogar schon 1832 in Berlioz‚Äô Fantastischer Symphonie, vielleicht gar noch fr?ºher belegt) schade dem Material (‚Äû… gerade 200 Euro beim Geigenbauer gelassen…‚Äú). Und wahrscheinlich haben sie damit recht. Unabh?§ngig davon, ob das unsereins kratzt, erfreuen in diesem Zusammenhang Igudesmann & Joo: Minute 5:36 aus ‚ÄûA Little Nightmare Music‚Äú ‚Äì niemand spreche mehr von Materialverschlei?ü!

Wednesday, 9. September 2009

Rebecca Saunders in Dresden

Die Staatskapelle in Dresden g??nnt sich Neue Musik frei Haus, nennt das etwas historistisch seinen ‚ÄûCapell-Compositeur‚Äú ‚Äì im Veranstalterneudeutsch sagte man wohl ‚ÄûComposer in Residence‚Äú ‚Äì, was die nmz.de getrost zur ‚ÄûCapell-Compositrice‚Äú korrigiert, und darf sich nun im Laufe ihrer Saison 2009/2010 einer Reihe neuer und neuer-neuer Werke derselben Feder, n?§mlich der Rebbeca Saunders‚Äô, Britin des Jahrgangs 1967, erfreuen. Im 1. Sinfoniekonzert f?ºhrten Kapelle und ihr GMD Fabio Luisi, den wir hier in Leipzig alle vermissen, ‚ÄûTraces (New Version)‚Äú auf, das ?ºberraschenderweise, wiewohl nur in Erstfassung, bei Youtube angeh??rt und sogar -gesehen werden kann (Teil 1, 8:23 Minuten ‚Äì Teil 2, 9:02 Minuten, Staatskapelle Dresden, Luisi, BBC Proms). Alldieweil f?§llt die zweite geplante Saunders-Auff?ºhrung, ‚ÄûG and E on A‚Äú f?ºr Orchester und 27 Spieluhren, bereits flach: f?ºrs 2. Sinfoniekonzert an diesem Sonntag angesetzt, scheitert sie an einer Erkrankung Fabio Luisis bzw. an dessen Einspringer Christian Thielemann, dem umstrittenen M?ºnchener oder Eben-doch-nicht-M?ºnchener, der f?ºrs Dirigieren solcher Musik, die neuer ist als Bruckner, nicht eben Ber?ºhmtheit genie?üt. Die Auff?ºhrung nachgeholt wird in Dresden im 12. Sinfoniekonzert im Juni des kommenden Jahres, dicht gefolgt von einem neuen-neuen Kontrabasskonzert f?ºr Solisten und 6 Spieler, das Andreas Wylezol, im Hause 1. Solist am Kontrabass, bestreitet.

Update: Vonseiten der Staatskapelle lie?ü man mich heute wissen, mitnichten – und entgegen der offiziellen Informationen vom Verlag C.F. Peters – erkl?§nge im 12. Sinfoniekonzert Saunders’ ‚ÄûG and E on A‚Äú, vielmehr st?ºnde ‚Äûein Neues Orchesterwerk (2010), also eine Urauff?ºhrung auf dem Programm. Dabei handelt es sich um ein Auftragswerk der S?§chsischen Staatskapelle Dresden. Der exakte Titel des Werks ist derzeit noch unbekannt.”

Sunday, 6. September 2009

RB Leipzig 3:1 gegen den FC Sachsen

Ein prima Spiel vor 7.000 Zuschauern in meiner Nachbarschaft: Im Zentralstadion fegte der RB Leipzig (RB wahlweise f?ºr ‚ÄûRasen Ball‚Äú oder ‚ÄûRed Bull‚Äú) den FC Sachsen Leipzig vom Platz. (F?ºr die Menschen von Au?üerhalb: Ja, beide Mannschaften tragen die Stadt im Namen, eine dritte Mannschaft tut das ebenfalls, nein, keines der drei Teams spielt 1. oder 2. oder 3. Bundes- oder zumindest Regionalliga.) Mit leidenschaftlichem Gegr??le durften die Sachsen-Fans ihre Mannschaft bei deren Niederlage begleiten. Bei den Fans vom RB ‚Äì bisher kaum 30 Personen im ‚Äûharten Kern‚Äú! ‚Äì ist man sich noch nicht einig, was man ruft und singt. ‚ÄûR.B.L.‚Äú zu skandieren jedenfalls halte ich f?ºr Bl??dsinn, da die Abk?ºrzung keinen einzigen harten Konsonanten und auch sonst nur kn??delige E- und (in der regionalen Mundart) ?ñ-Laute bereith?§lt. Genauso doof ist das Bekenntnis zu einem ‚ÄûL.E. Bulls‚Äú. Erstens erinnert der Stier an die Nacken und k??rperliche Konstitution ebenjener unsympathischen Gewaltpotenten, wegen derer die s?§chsische Polizei bei anderweitigen Stadtderbys mit Hundertschaften antreten muss. Zwotens ist die Abk?ºrzung L.E., zumal mit den Unsinn ergebenden Punkten, peinlich, mindestens so peinlich wie der Leipziger Opernball (mit wirklich tollen G?§sten wie Mario-Max, dessen Stiefvater ein Prinz zu Doppelname ist. Mario-Max… ‚Äì dem k??nnte man durchaus einen eigenen Eintrag widmen, er g?§b‚Äôs her!). Die Gr?ºnwei?üen jedenfalls im Block B vom FC Sachsen n??lten lautstark ?ºber die ‚ÄûMillion?§re‚Äú von Red Bull und entrollten ein Spruchband mit der Aufschrift: ‚ÄûEmotionen kann man nicht kaufen!‚Äú Aber ein Eintrittsticket schon und eine Currywurst auch, kurzum, die Sache war ein netter Sonntagsausflug, sodass man den Sachsen nur mit auf den Weg geben kann: Sorgt euch nicht, der RB ist bald au?üer Sichtweite, in K?ºrze habt ihr die untersten Ligen wieder ganz f?ºr euch.