Sonntag, 30. August 2009

„Und Deutschlands Hymne erklingt“

In der aktuellen Wechselausstellung „Flagge zeigen?“ des Zeitgeschichtlichen Forums wird Tradition von und Umgang mit deutscher Nationalsymbolik nachgegangen. Dort stieß ich auf die Siegerehrung der legendären deutschen Fußball-Nationalelf 1954: Unverhohlen bzw. überfordert mit der Frage, ob das trotz allen feierlichen Überschwangs zu einer WELT-Meisterschaft nicht unpassend sein könnte, singt die deutsche Fangemeinde das Deutschlandlied, wie man’s gewöhnt war – mit der 1. Strophe nämlich.

„Schwarz-rot-goldene Fahnen an Fenstern, Gebäuden, Autos: Spätestens seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland tragen vor allem Jugendliche wieder ‚National’, zeigen Flagge, feiern fröhliche Feste mit ‚Fahnenträgern’ anderer Nationen. Was steckt hinter dieser Demonstration nationaler Symbole in Deutschland, die lange Jahre nur mit Misstrauen betrachtet wurde?“ (Haus der Geschichte)
In der Tat, „National“ könnte wieder hip werden. Bei Youtube sind die jungen Nationalisten lebhaft bei der Sache. Man suche nach „Ostpreußen“ oder Hitler-Reden und lese die Kommentare. Wer sich das antut, wird von Zeit zu Zeit aber auch belohnt. Zum Beispiel mit Werbespots der hessischen NPD. (Und wie ich mich durch Youtube klicke, stelle ich fest: Die Polizei Sachsen hat eine Medienabteilung, die beispielsweise zum Obama-Besuch in Dresden im Juni 2009 ein protziges, aber sehr professionelles Video in Actionfilm-Ästhetik online stellt. Allein, angesehen wurde das Filmchen nur 349 mal.)
„Die DDR-Fahne mit herausgeschnittenem Emblem wird während der friedlichen Revolution zum Symbol für die Forderung nach nationaler Einheit. © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Michael Jensch, Axel Thünker“
Die Fahne übrigens, die man in besagter Wechselausstellung findet, weht heuer in größerer Stückzahl auf dem Dach des Centraltheaters – allerdings in einer Graustufen-Variante. Statt schwarz-rot-gold flaggte man schwarz-dunkelgrau-hellgrau.

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