„Architektur: Das Neue Gewandhaus zu Leipzig wurde eröffnet“
Im ZEIT-Archiv, das sämtliche Ausgaben in digitaler Form frei enthält, zu stöbern, ist interessant. Manfred Sack beispielsweise berichtet am 16.10.1981 (Nr. 43) über die Eröffnung des Leipziger Gewandhauses:
„Gleichwohl ist in Leipzig zwar ein ungemein schöner, klingender Konzertsaal entstanden, aber kein Gebäude, das im internationalen Vergleich beachtet werden wird“ … „Wie sollte das auch anders sein bei diesem (und so gut wie allen anderen) Architekten der DDR, deren Hauptbeschäftigung es ist, Wohn- und Gesellschaftsbauten aus industriell gefertigten Riesenelementen zusammenzufügen)“ … „Nein, ein schönes Haus ist das Neue Gewandhaus nicht; aber es hat einen Saal, in dem es eine Lust ist, Musik zu hören.“„Eröffnet wurde das Neue Gewandhaus mit einer armseligen Rede des Kulturministers, der sich versagte, auch nur einen Gedanken zu äußern“ … „Angesichts von so viel anwesendem Staat hatte Kapellmeister Masur dafür nun alles aufgeboten, was in Leipzig Stimme hat, einen fast dreihundert Sänger starken Chor – und so geschah es, daß die Thomaner mit ihren artigen Anzügen zwar antreten mußten, aber nur so taten, als sängen sie: stumme Staffage. In der Neunten gibt es keine Knabenstimmen.“


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