Monday, 31. August 2009

Landtagswahl in Sachsen

Und es geschah, dass nur 52,2 Prozent der Sachsen sich auf den Weg zu machen bem?º?üigt f?ºhlten, um die von innerer Zersetzung erfreulich geplagte Nationaldemokratische Partei Deutschlands um Ihre neuerliche Beteiligung am freistaatischen Parlament zu Dresden zu prellen. Pah. Zur?ºck fiel sie, die NPD, wiewohl ihr einen ‚ÄûSensationserfolg‚Äú zu verk?ºnden 47,8 Prozent der Sachsen erlaubten (‚Äûallen voran in der S?§chsischen Schweiz, in Riesa-Gro?üenhain, in Nord- und Ostsachsen sowie im Erzgebirge‚Äú, npd.de). 2,9 % im Wahlkreis 28 f?ºr die Braunen. Herrje. Nur knapp ‚ÄûDie Tierschutzpartei‚Äú (2,1 %) ?ºberragend. WER w?§hlt die Tierschutzpartei!? Da lobe ich mir meinen Wahlkreis in Leipzig, der wom??glich der 28. ist, was herauszufinden als leidige Popelei auf den Sachsen.de-Pages sich herausstellt, weswegen ich dieses Eintrags ich mich zufriedenstelle mit der schieren Annahme, als Leipziger von Ort und Wohnsitz h?§tte ich in ebenjenem mich der Wahl zu stellen eine entsprechende Einladungskarte in meinem Postkarten gefunden. (In Sachen Landtagswahl hei?üt meine Hauptaufgabe noch heute: Weg mit Wulff.) Im 28. Wahlkreis aus der Wahl also eher schwachbr?ºstig hervor ging die sogenannte ‚ÄûFP Deutschland‚Äú mit ‚Äì h?ºstel ‚Äì 0,0 Prozent oder 14 Stimmen, mein Beileid. ?Ñhnlich durchgefallen zeigt sich die ‚ÄûHUMANWIRTSCHAFT‚Äú, ja, mit Gro?übuchstaben, die 50 Kreuze z?§hlen darf, noch weniger geschenkt bekam die rechte ‚ÄûREP‚Äú, 0,1 Prozent, 31 Kreuze. So muss es sein. (Wieso treten die Republikaner separat an? Was ist mit dem angeblichen Kanaillen-Schulterschluss der frisurtechnisch und geistig Armen?) Aber, hossa, aufwarten kann der Kiez mit 15,9 % f?ºr die Gr?ºnen, mehr als f?ºr die SPD (15,1 % – Kunstst?ºck, hahaha). Davor nur noch Linke (20,6) und CDU (29,5). Nun denn. Machen wir uns nichts vor, die CDU ist die Messias-Partei 2009. Aber Die Linke? Come on. Die h?§tten wir packen k??nnen! Warum w?§hlt ein F?ºnftel die Roten?

Sunday, 30. August 2009

„Und Deutschlands Hymne erklingt“

In der aktuellen Wechselausstellung ‚ÄûFlagge zeigen?‚Äú des Zeitgeschichtlichen Forums wird Tradition von und Umgang mit deutscher Nationalsymbolik nachgegangen. Dort stie?ü ich auf die Siegerehrung der legend?§ren deutschen Fu?üball-Nationalelf 1954: Unverhohlen bzw. ?ºberfordert mit der Frage, ob das trotz allen feierlichen ?úberschwangs zu einer WELT-Meisterschaft nicht unpassend sein k??nnte, singt die deutsche Fangemeinde das Deutschlandlied, wie man‚Äôs gew??hnt war ‚Äì mit der 1. Strophe n?§mlich.

‚ÄûSchwarz-rot-goldene Fahnen an Fenstern, Geb?§uden, Autos: Sp?§testens seit der Fu?üball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland tragen vor allem Jugendliche wieder ‚ÄöNational‚Äô, zeigen Flagge, feiern fr??hliche Feste mit ‚ÄöFahnentr?§gern‚Äô anderer Nationen. Was steckt hinter dieser Demonstration nationaler Symbole in Deutschland, die lange Jahre nur mit Misstrauen betrachtet wurde?‚Äú (Haus der Geschichte)
In der Tat, ‚ÄûNational‚Äú k??nnte wieder hip werden. Bei Youtube sind die jungen Nationalisten lebhaft bei der Sache. Man suche nach ‚ÄûOstpreu?üen‚Äú oder Hitler-Reden und lese die Kommentare. Wer sich das antut, wird von Zeit zu Zeit aber auch belohnt. Zum Beispiel mit Werbespots der hessischen NPD. (Und wie ich mich durch Youtube klicke, stelle ich fest: Die Polizei Sachsen hat eine Medienabteilung, die beispielsweise zum Obama-Besuch in Dresden im Juni 2009 ein protziges, aber sehr professionelles Video in Actionfilm-?Ñsthetik online stellt. Allein, angesehen wurde das Filmchen nur 349 mal.)
‚ÄûDie DDR-Fahne mit herausgeschnittenem Emblem wird w?§hrend der friedlichen Revolution zum Symbol f?ºr die Forderung nach nationaler Einheit. ¬© Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Michael Jensch, Axel Th?ºnker‚Äú
Die Fahne ?ºbrigens, die man in besagter Wechselausstellung findet, weht heuer in gr???üerer St?ºckzahl auf dem Dach des Centraltheaters ‚Äì allerdings in einer Graustufen-Variante. Statt schwarz-rot-gold flaggte man schwarz-dunkelgrau-hellgrau.

Saturday, 29. August 2009

Nicht ohne meine Tochter

Der ‚ÄûBad Blog of Music‚Äú bei nmz.de (neue musikzeitung) bringt Fetziges: Komponist Arno L?ºcker gibt einen ersten Einblick in seinen J??rg-Widmann-Aufsatz, den er f?ºr die Zeitschrift Musik&?Ñsthetik vorbereitet. Nat?ºrlich nicht ohne Bezug auf die Darmst?§dter Ferienkurse 2008:

‚ÄûVielen jungen Komponisten ist die Musik im Grunde, das muss so unterstellt werden, schon egal. Es geht um Stipendien, Preise, Auff?ºhrungen. Man sieht sie l?§chelnd noch aus dem schlechtesten Neue-Musik-Konzert hinausgehen. Sie sp?ºren die Bizarrerie des Betriebs, beispielsweise der Dinge, die alle zwei Jahre in Darmstadt passieren. [...] 2008 erreichte diese Bizarrerie bei den Darmst?§dter Ferienkursen einen H??hepunkt. Die vielen jungen unzufriedenen Komponisten: sie gingen dann doch noch zur Abschlussparty. Armselig l?§chelnd.‚Äú
Komponist Moritz Eggert lie?ü nicht lange warten, und kommentierte:
‚ÄûEs passiert eigentlich in allen L?§ndern (vor allem in England, siehe Ades oder Turnage) ‚Äì alle paar Jahre braucht es einen ‚ÄúUnantastbaren‚Äù, eine Art Referenzkomponisten auf den sich alle einigen k??nnen, damit man sich auf die Schultern klopfen und sagen kann ‚ÄöWas wollt ihr denn ‚Äì es gibt doch tolle Neue Musik. WO ist hier die Krise?‚Äô. Bei J??rgs Bewunderern nimmt das manchmal schon skurrile Formen an, wenn man sich so manche Kritikererg?ºsse ?ºber ihn anschaut.‚Äú

?úber J??rg Widmann. Oder auch nicht (Arno, 27.08.2009)
‚ÄúDie Aura des Kritiklosen‚Äù ‚Äì Antwort auf Arnos Artikel ?ºber (oder auch nicht ?ºber) J??rg Widmann (eggy, 28.08.2009)

Thursday, 27. August 2009

An Felix Mendelssohn Bartholdy

Felix (‚Äûmacht gl?ºcklich!‚Äú ‚Äì Werbemotto der Leipziger Mendelssohn-Festtage 2009) feiert seinen Zweihundertsten und wird dieser Tage in Leipzig entsprechend mit Konzerten bedacht, mit auf Mendelssohn Bezug nehmenden Urauff?ºhrungen im Gewandhaus, sogar einer musikwissenschaftlichen Konferenz und einem brandneuen Werkeverzeichnis (‚ÄûIsch glaube, is‚Äô eine neue Dimension‚Äú). Da ich just mit reproduzierten Autografen der unver??ffentlichten Schauspielmusik ‚ÄûDer standhafte Prinz‚Äú hantierte, m?ºhte ich mich au?üerdem, die Noten in einen Entstehungskontext einzuordnen, weswegen ich in der Unibibliothek die Briefe Karl Leberecht Immermanns (Textkritische und kommentierte Ausgabe in drei B?§nden, hg. von Peter Hasubek, Zweiter Band: 1832-1840, 1979 M?ºnchen und Wien), der in D?ºsseldorf f?ºrs Theater die Komposition von Mendelssohn geordert hatte, schm??kerte. Ich muss sagen: ein guter Briefeschreiber! Das Zerw?ºrfnis mit Mendelssohn (S. 357 ff.) hat rhetorische Schmackes, ein fr?ºheres Schreiben (S. 303 f.) beweist Witz:

‚ÄûDa ich eben h??re, da?ü Klinker, dem ich gestern meinen Brief an Dich mitgab, total besoffen gewesen ist, und mein Brief daher vielleicht in irgend einer Kneipe oder Gosse liegt, so wiederhole ich eiligst die materialia desselben, damit Du die n??thigsten Nachrichten erh?§ltst. …
Hiermit sind die Contenta meines Gestrigen wiederholt, welches also liegen mag, wo es liegt. Ich w?ºnsche Dir recht wohl und vergn?ºgt zu leben
8. September. <1834> (In Eil.) Immermann“
Allein, ?ºber den ‚ÄûPrinzen‚Äú (nach Calderon/W. Schlegel) bzw. die Mendelssohnsche Schauspielmusik – die er im ?úbrigen fern von D?ºsseldorf und Einstudierung in Unkenntnis der bei der Auff?ºhrung verwendeten ?úbersetzung und Bearbeitung zu schreiben gedungen gewesen zu sein scheint – kaum ein Wort.

Bevor man sich aufgrund Mendelssohns neuer Wege ?ºberwarf, kl?§rte man offenbar alles m?ºndlich ‚Äì … au?üer, schriftliche Mitteilungen verloren sich beim Schnaps.

Wednesday, 26. August 2009

IM c. t.

Gregor Gysi sprach am Montag auf dem Leipziger Marktplatz. Stimmung war da und allerlei Leipziger waren es auch, vielleicht einige hundert (eigene Sch?§tzung), vielleicht 650 (Sch?§tzung Tilman L.), vielleicht 3000 (Sch?§tzung Rico Gebhard, Die Linke). Gysi startete cum tempore, blieb dann aber umso l?§nger. Ulkiges Publikum. Wie aus dem Geschichtsbuch: Ges?§umt von einer Menschenmenge hebt der Arbeiterf?ºhrer auf dem Pritschenwagen wortgewandt seine Stimme ‚Äì dass ich das noch erleben darf! Vor allem ?§ltere Semester auf Bierb?§nken, vorne ein Mensch mit Hammer-und-Sichel-Plakat; allgemeines Buh-Rufen, als ein St??renfried mit Megafon aus der Ecke des Marktplatzes meckert: ‚ÄûBeenden Sie Ihre L?ºgen! Wir wollen keinen Sozialismus!‚Äú; gro?ües Hallo, als Gysi das ideelle Territorium seiner Partei in der politisch-gesellschaftlichen Landschaft Nachwendedeutschlands absteckt: ‚ÄûDie m??gen uns nicht, … das finde ich richtig!‚Äú Gysi macht sich stark f?ºr seine Linie (‚ÄûDie Linke muss weltweit streiten‚Äú), stark gegen den Krieg in Afghanistan (‚ÄûRaus aus der Gewaltspirale!‚Äú), stark f?ºr Schulen und Universit?§ten (‚ÄûWir brauchen eine Top-Bildung!‚Äú). Seltsam wirken seine Ausf?ºhrungen zur zentralen Linke-Forderung von Mindestl??hnen, als er sich argumentativ bei den entsprechenden nationalen Regelungen einiger EU-Nachbarn bedient: 9 oder 10 Euro bemesse jener minimale Stundensatz in Luxembourg. Dass ebendort in der Kneipe vier Euro f?ºr ein kleines Bier zu zahlen sind, f?ºnf Euro f?ºr einen D??ner, 10 f?ºr eine Pizza Margharita ‚Äì davon spricht er nicht. (Der D??ner jedenfalls ist in Leipzig legend?§rer Weise ab sage und schreibe ein Euro zu kriegen.) Nat?ºrlich spricht er von der Wirtschaftskrise (‚ÄûSie sind Chef einer Bank und Sie wollen krumme Gesch?§fte machen ‚Äì sonst w?§ren Sie nicht Chef einer Bank! ‚Äì …‚Äú) ‚Äì aber richtet sich auch ans Publikum: Den Ostdeutschen sage man eine N??rglermentalit?§t nach, holt Gysi aus, und erg?§nzt: ‚Äûstimmt ja auch ein bisschen‚Äú.

Update: ?úber Gysis Rede berichten Mike Nagler, Linke-Direktkandidat zur Bundestagswahl in Leipzig, und die Leipziger Volkszeitung.

Sunday, 23. August 2009

Wieder mal Lichterketten

Ein spannendes ‚ÄûKonzert zum Wende-Jubil?§um‚Äú gestaltet das Forum Zeitgen??ssischer Musik Leipzig in Zusammenarbeit mit und in der Oper Leipzig am 19. September. K?ºhn und provokant klingt die Absicht, sich mit ‚Äûmit Politik und deutscher Identit?§t‚Äú auseinanderzusetzen.

Wenn allerorts anl?§sslich des Wende-Jubil?§ums Reden gehalten, wieder mal Lichterketten gebildet und manch B?ºrgerrechtler aus der Versenkung hervorgeholt werden, dann erklingen in der Oper g?§nzlich andere T??ne.
Den Jubelfeiern zum Wende-Herbst wollen wir kritische Kl?§nge, Worte und Bilder entgegensetzen.

Gesangssolisten (u.a. der Oper Leipzig) und die Sinfonietta Leipzig unter der Leitung Johannes Harneits werden das umfangreiche Programm bestreiten, darunter beispielsweise Klassiker aus Ost (Reiner Bredemeyer) und West (Helmut Lachenmann), Mauricio Kagels doppelb??digen und dem Konzert seinen Namen gebenden (‚ÄûDen Sieg verfehlt‚Äú) ‚Äû10 M?§rsche um den Sieg zu verfehlen‚Äú (1978/79), Urauff?ºhrungen des jungen Komponisten P?©ter K??szeghy, des Posaunisten-Komponisten Friedrich Schenker und des Dirigenten Johannes Harneit, dar?ºber hinaus mehrere Werke Luigi Nonos ‚Äì auch Ausschnitte aus dem Musiktheater ‚ÄûAl gran sole carico d’amore‚Äú, dessen Premiere an der Leipziger Oper ‚Äì unter der Leitung Harneits ‚Äì im Oktober stattfindet.

Sunday, 23. August 2009

Schnedderedeng

Zur Er??ffnung der Gewandhaus-Saison am 21.08. Felix Mendelssohn Bartholdys sogenannte F?ºnfte, die ‚ÄûReformationssinfonie‚Äú mit Luther-Choral im vierten Satz, der schlie?ülich prolongiert und prolongiert und Fanfare und Wirbel und Tatatataaa. Dann geben die Lab?®que-Sisters noch Felixens wild tirilierendes Konzert f?ºr zwei Klaviere in E-Dur. Aber zu aller Anfang die erste von drei Urauff?ºhrungen, die sich als Auftragswerke im Rahmen der Mendelssohn-Festtage 2009 in Leipzig das Gewandhaus leistet, ‚ÄûDrei Ges?§nge ohne Worte f?ºr Orchester‚Äú von Detlev Glanert. Glanert ist auf der Konzertb?ºhne ein Mann von sehr sympathischer Erscheinung, der aus der Ferne der Saalempore an Heinz Erhardt erinnert, vielleicht, obgleich eine kontrastierende Assoziation, an das ?Ñu?üere von Max Reger.

‚ÄûF?ºr Neut??ner‚Äú? Glanerts dreis?§tziges Werk, obgleich 2008/2009 komponiert, geht ?ºber die klanglichen Konventionen der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts nicht hinaus; die kleinen klanglichen ?úberraschungen bleiben wohl der virtuosen Exzellenz des Orchesters geschuldet. Wer was h??ren will und etwas erfahren ist, hat nunmehr 20 Minuten auszusitzen. Formal schl?ºssig und stimmungsm?§?üig ansprechend, ?ºberwiegt die Langeweile mit einer Musik des 21. Jahrhunderts, die so v??llig harmlos und musikantisch-traditionalistisch mit den bildungsb?ºrgerlich-musikalischen Konventionen aus Kaisers Zeiten t?§ndelt. Zwar reizen vereinzelt beispielsweise der Schluss des zweiten Satzes ‚Äì die verebbende Harfen-Textur ‚Äì oder die solistischen hohen S?§tze in den reduzierten Streichergruppen. Doch Glanerts Liebelei mit dem romantischen Ton (und auch dessen Brechung z.B. im zweiten Satz als geradezu d?§mliche bernsteinesk-fetzige Rhythmusvariationen ‚Äì nicht ohne die unumg?§nglichen Claves, aua!) geben einen Anhaltspunkt, warum ich mich auch im ausverkauften Gewandhaus zu den vielleicht nur 50 Zuh??rern unter drei?üig Jahren z?§hlen kann, derweil zum Beispiel die zeitgen??ssischen bildenden K?ºnste in Leipzig durchaus gro?üe Anerkennung und Ruf bei den zigtausend Studenten der Stadt genie?üen. Im Gewandhaus ?ºberwiegen alldieweil noch Perlenketten, Pausensekt und feiner Zwirn. Und das einzige, was man hier ?§ndert, wenn es in die Jahre gekommen ist, bleiben die Dachpappen.

Friday, 21. August 2009

‚ÄûD?§mmaterial f?ºr das Dach angeliefert‚Äú

Das Gewandhaus Leipzig twittert! Und zeigt sich auch im Programm erfreulich neu: Heute startet die Gewandhaus-Urauff?ºhrungs-Triade der Leipziger Mendelssohn-Festtage 2009. Heute, am Freitag, d. 21.08., dirigiert Markus Stenz eine neue Komposition von Detlev Glanert (geb. 1960), mit dem romantisierenden Titel ‚ÄûDrei Ges?§nge f?ºr Orchester ohne Worte‚Äú (2008/2009). Morgen schon, am Samstag, d. 22.08., leitet Sir Peter Maxwell Davies (geb. 1934) die Premiere seines zweiten Violinkonzerts (Violine: Daniel Hope). Am kommenden Freitag, d. 28.08., dirigiert GMD Riccardo Chailly ein neues Werk des ?ñsterreichers Georg Friedrich Haas (geb. 1953), ‚ÄûTraum in des Sommers Nacht‚Äú. Alle drei Urauff?ºhrungen sind Auftragswerke des Gewandhaus Leipzig. Zum letztgenannten Werke werde ich in K?ºrze noch einige Worte verlieren; die Partitur habe ich bereits ?ºberflogen.

Friday, 21. August 2009

Dank der HMT-Bibliothek

VioloncelloVioloncelloSo l?§sst es sich gut komponieren: Mittels projektweiser Ausleihe verbrachte ich die letzten Monate mit Violoncello, einem Fabrikat der DDR, und einer versilberten Piccolofl??te. F?ºr solche Vorhaben gerne zur Verf?ºgung steht die Bibliothek der Musikhochschule ‚Äì danke, die Damen! Au?üerordentlich n?ºtzlich ist es n?§mlich der Schreibarbeit, mit den Instrumenten, obgleich als v??lliger Amateur, zu experimentieren. Der Erfolg der Basteleien mit der Piccolofl??te erwies sich unl?§ngst in Luxembourg (‚ÄûIch kann nicht f?ºrs Glasdach garantieren‚Äú), das Ergebnis der Wisch-und-Kratz-Eskapaden f?ºrs Cello ist am 20. November im Gro?üen Saal der HMT Leipzig mitzuerleben.

Sunday, 16. August 2009

„Wollen Sie mich umbringen?“

So lautete vor 10 Minuten im Ersten bei ‚ÄûAnne Will‚Äú (gelungen: kein FDP-Verteter in der Gespr?§chsrunde) Finanzminister Peer Steinbr?ºcks Antwort auf die Frage, ob er nicht besser zum Kanzlerkandidaten tauge als ‚Äûfw‚Äú Steinmeier. Anschlie?üend bot Steinbr?ºck noch ein knackiges Schlusswort an die Jungw?§hler: Wenn diese nicht w?§hlen gingen w?ºrden sie eines Tages regiert von Leuten, ‚Äûdie d?ºmmer sind als ihr‚Äú. Klar wird in der Runde Trittin ‚Äì Steinbr?ºck ‚Äì Wulff: Keinesfalls geht die SPD nur mit den aktuell per Umfrage erhobenen 22 Prozent aus der Bundestagswahl!

Sunday, 16. August 2009

Undeutsche Intifada

Wenn das nicht f?ºr den ‚ÄûHohlspiegel‚Äú taugt. In der Frankfurter Sonntagszeitung wirbt der Verlag C. Bertelsmann f?ºr das Buch ‚ÄûSeichtgebiete‚Äú (mit diesem Titel gab es bereits einen Artikel in der ZEIT von Thea Dorn; sch??ner Name) von Michael J?ºrgs, dessen Untertitel wie folgt lautet: ‚ÄûWarum wir hemmungslos verbl??den‚Äú. Gew?§hlt, klug, subtil. Genau wie der Anzeigentext selbst: ‚ÄûAchtung! Ansteckungsgefahr! Dumpfsinn-Virus!‚Äú, hahaha, dreimal gelacht und weiter: ‚ÄûIn den Seichtgebieten der Nation gehen b?ºrgerliche Werte und demokratische Tugenden baden.‚Äú H??rt, h??rt. Aber hervorragend unbl??d das emphatische Schlussspr?ºchlein: ‚ÄûIn diesem aktuellen SPIEGEL-Bestseller wird undeutsch heiter statt bierernst und oberlehrerhaft eine verbale Intifada gegen die Bl??dmacher angezettelt.‚Äú Nee, klar, undeutsch heiter gegen die Bl??dmacher.

Tuesday, 11. August 2009

„Architektur: Das Neue Gewandhaus zu Leipzig wurde er??ffnet“

Im ZEIT-Archiv, das s?§mtliche Ausgaben in digitaler Form frei enth?§lt, zu st??bern, ist interessant. Manfred Sack beispielsweise berichtet am 16.10.1981 (Nr. 43) ?ºber die Er??ffnung des Leipziger Gewandhauses:

‚ÄûGleichwohl ist in Leipzig zwar ein ungemein sch??ner, klingender Konzertsaal entstanden, aber kein Geb?§ude, das im internationalen Vergleich beachtet werden wird‚Äú … ‚ÄûWie sollte das auch anders sein bei diesem (und so gut wie allen anderen) Architekten der DDR, deren Hauptbesch?§ftigung es ist, Wohn- und Gesellschaftsbauten aus industriell gefertigten Riesenelementen zusammenzuf?ºgen)‚Äú … ‚ÄûNein, ein sch??nes Haus ist das Neue Gewandhaus nicht; aber es hat einen Saal, in dem es eine Lust ist, Musik zu h??ren.‚Äú

‚ÄûEr??ffnet wurde das Neue Gewandhaus mit einer armseligen Rede des Kulturministers, der sich versagte, auch nur einen Gedanken zu ?§u?üern‚Äú … ‚ÄûAngesichts von so viel anwesendem Staat hatte Kapellmeister Masur daf?ºr nun alles aufgeboten, was in Leipzig Stimme hat, einen fast dreihundert S?§nger starken Chor ‚Äì und so geschah es, da?ü die Thomaner mit ihren artigen Anz?ºgen zwar antreten mu?üten, aber nur so taten, als s?§ngen sie: stumme Staffage. In der Neunten gibt es keine Knabenstimmen.‚Äú

Friday, 7. August 2009

Sch??ne Seitenbemerkungen

„Naja, so ganz generell.“ – Herrlich, Kader Loth, Frauenbeauftragte der siechen Freien Union, im Interview mit Spiegel Online.

Und noch einmal Luxembourg, wo sich eine Ausstellung im Mus?©e d’Histoire de la Ville de Luxembourg auseinandersetzt mit Tod- und Mordthemen zwischen ‚Äû9/11‚Äú und Euthanasie, Serienkillern und Suizid. Selbstbeschreibung durchs Museum: ‚ÄûWie es der Untertitel unterstreicht, ist Mord und Totschlag eine lebensbejahende Ausstellung‚Äú (die Ausstellung verpasste ich leider zugunsten Siegfrieds und fr?ºhester Stadtgeschichte im selben Haus).