Mein Joch ist suess und mein Birrde ist leicht
Vorgestern kam ich an in Luxembourg. Die Stadt ist außerordentlich schmuck. „Too clean, too perfect“, erklärte der Guide bei der Stadtführung heute die hohe Suizidrate der Hauptstadt: wer nicht perfekt ist oder „clean“, der sprang bis zur Einführung der gläsernen Schutzwälle auf den Brücken gerne mal von einer solchen. Denn Brücken hat es hier wohl genug, die Stadt Luxembourg ist ein einziges sandsteinklippiges Auf und Ab. Wo in anderen Städten Straßenbahnen fahren, sind hier Aufzüge vorgesehen.
Die Anfahrt nach Luxembourg am Donnerstag war eine herrliche Strecke, entlang Mosel und Rhein. Am Montag beginnen die Proben mit der Luxembourg Sinfonietta, die chinesischen Musiker üben schon fleißig. Die Kurzkomposition ist fertig, hodie habemus ferrias. Der Arbeitstitel lautete: „8 days, 8 players, 8 square meters“ (wobei das Appartment etwas größer ist, als das Sprüchlein annehmen lässt, aber sonst wäre die Itiration hin gewesen). Eine Alternative aus der Reihe solcher Werknamen, die sich mit Musik, Ästhetik und Inhalt möglichst gar nicht auseinander setzen, wäre gewesen „Luxembourg Calling“. Der aktuelle Titel ist sachlicher und klingt (unbeabsichtigt) nach Völkerverständigung, als deren Botschafter ich als (Wahl-) Ostdeutscher natürlich gerne auftrete: „Luxembourg host, Chinese players, German composer, English title“. Ein Titel, in dem das Wort Titel vorkommt. Sehr keck.

