Egal, ob du schwitzt oder frierst
Warm ist es in Luxembourg. Die Innenstadt ist klein, ständig läuft die internationale Komponistenschaft – man stammt aus Turkmenistan bis Kanada! – sich über den Weg. Gezielt, aber gemütlich probt das Ensemble für die morgige Uraufführungsschwemme, in 20 Minuten starten wir in die abendliche zweite Runde, bereits kühl gelagert ist flaschenweise die regionale Biersorte Bofferding, ebenfalls zum Zwecke einer abendlichen zweiten Runde. Beim täglichen Netz-Rundblick stelle ich fest, dass es andernorts sommerlicherweise nicht weniger gemütlich zugeht: Spiegel Online gehen die Nachrichten aus („Außerdem: Schmidts Dienstwagen bremst die Genossen aus – und Marienkäfer-Invasion in Norddeutschland“), bei Katz und Goldt herrscht Comicpause, derweil sich im NMZ-„Bad Blog of Music“ bei den Kommentatoren, aus lauter sommerlochiger Unbeschäftigtheit, wie ich annehme, ein unsäglicher Umgangston offenbar endgültig etabliert.
Arnes Spülmittel riecht den Haribos, von denen ich dieser Tag jeden solchen zu viele esse, ziemlich ähnlich. Spricht das gegen die Gummibärchen oder für das Spülmittel? In der Abbaye de Neumünster in Luxembourg derweil laufen der die Proben für unser Konzert am 30. Juli auf Hochtouren. Die Arbeitsphasen sind ereignisreich, denn einerseits unterscheiden sich die Musizierpraxen europäischen Neue-Musik-Spezialistentums und chinesischer tradierter Volksmusik deutlich, andererseits ist ohnehin das Konzertprogramm (13 Uraufführungen, wenngleich die Stück für sich genommen zumeist eher kurz und miniaturhaft ausfallen) für die Musiker eine besondere Herausforderungen. Die Komponisten begleiten die Proben mit Spannung. Und ein drittes Thema: Die FAZ hat einen neuen Comiczeichner – Flix. Feine Sache!

