Freitag, 5. Juni 2009

Your characterization of wild speculations are accurate

Obama besucht Dresden, die ARD überträgt live. Warum ist dem deutschen Fernsehen nicht auszutreiben, englische Wortbeiträge zu dolmetschen? Weder nuschelt der Präsident Familienslang im Wohnzimmer des Weißen Hauses noch bespricht er mit Fachleuten über juristische Expertisen zur Guantanamo-Schließung: Nein, er steht in Dresden und sagt, dass er gerne zu Besuch sei, sich ebenfalls freue, die Stadt in der Tat hohe Symbolkraft trage, und Deutschland ein starker Partner sein möge. Unterließe die ARD diese längst selbstverständlich gewordenen Live-Übersetzungen, der Zuschauer dürfte längst imstande sein, das Englisch selbst zu verstehen.

Update: Jetzt, kurz vor 11 Uhr, spricht Obama, auf Buchenwald angesprochen, von seinem familiären Bezug zu einer jener amerikanischer Einheiten, die Konzentrationslager befreiten. Dieser kurze Augenblick im TV hätte stark sein können – holperte und stotterte nicht der ARD-Dolmetscher beständig über den O-Ton.

Update: 11.23 Uhr, „Nun beugt sich der Präsident über etwas, das wir nicht sehen können“: Ein Moderatoren-Geschwader der ARD von drei Fachleuten, das sicher auch reingeschaltet würde, wenn mal wieder Prinzen und Prinzessinnen live im TV heiraten, per Split-Screen ins Bild gesetzt, kommentiert das Geschehen in der Frauenkirche. Sehr bereichernd. Etwas ab vom Schusse bewegt sich Sachsens Ministerpräser Stanislaw T., den Obama schon beim Eintreten in die Kirche behände übersah, so dass Tillich nichts blieb, als Frau Merkel jovial mit seinem Arm an Frau Kanzlerins Rücken den Eintritt zu weisen den Anschein zu geben.

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