Mittwoch, 27. Mai 2009

Es ist Wahl I

Es ist Wahl. Produktwirrwarr ist angesagt. Raider hieß auf einmal Twix. In Leipzig plakatieren die Parteien wie wild. Nicht mehr leicht sind die Slogans inhaltlich auseinanderzuhalten, von NPD über die Linke bis CDU und SPD treten teilweise erhebliche Schnittmengen zutage. Sauber und sicher sind die hauptsächlichen Stichworte. Wie wer damit hantiert, wäre einmal interessant nachzusehen.

Die „Capri-Sonne“ weist weniger Fruchtanteil und mehr Zuckeranteil auf, als ihr Verpackungsaufdruck annehmen lässt. In der Art frei erfundener Qualitätssiegel auf Erfrischungsgetränken und Fett-Zucker-Nuss-Brotaufstrichen, die positive Konnotationen der Marke suggerieren, prägt heuer Die Linke ihre Wahlplakate mit dem vermeintlich erfreulichen Attribut: „Original sozial“. Aua. 20 Jahre deutsche Einheit – aber die „Linke“ trumpft mit sehr spezieller Tradition. Original sozial. Oder sozialistisch. Keine Frage. Wenn es denn bei der Linken Revisionisten gibt und Sentimentalisten, Geschichtsschluderer, Alt-SEDler und Informelle, vielleicht auch Hauptamtliche, dann hierzulande. So wird aus Malus Bonus, aus regionalem Makel ein Heimvorteil. Ein bizarrer Vorgang.

Sonntag, 24. Mai 2009

Lasstdenballlaufenmädelslosbewegung

Solide mit 3:2 schlugen heute im Bruno-Plache-Stadion die Frauen vom Fußballclub Lokomotive Leipzig die Gäste von Holstein Kiel. Müde Stimmung alldieweil bei den kaum 200 Zuschauern. Den Schuh ziehe ich mir an, ich hatte die Tröte ja vergessen. Und auch die nötige Penunze, um in den ereignislosen Minuten des Spiels (weder Kiel noch Leipzig hatte ja weder etwas zu verlieren noch zu gewinnen – es war der letzte Spieltag) eine Currywurst zu verdrücken.

Montag, 4. Mai 2009

Unfall am Stadtgeschichtlichen Museum

Als ich heute in der Innenstadt kurz nach halb elf das Museum für Bildende Künste passierte, geriet ich in viel Trubel. Mehrere Krankenwagen sowie großes Gerät von der Feuerwehr waren angerückt, mitten im Platzregen standen Polizisten und Feuerwehrleute an und in der Grube der archäologischen Ausgrabungen, die großräumig vorm Stadtgeschichtlichen Museum stattfinden. Mehrere Männer zugleich hievten aufwändig eine Rettungstrage aus dem Ausgrabungsbereich. Was geschehen war, ließ sich mit Grausen ahnen. Die LVZ weiß mehr: „Bei Grabungen des Landesamtes für Archäologie ist am Montag eine Frau in Leipzig verschüttet worden. Die 56 Jahre Mitarbeiterin befand sich in einer mehrere Meter tiefen Grube am Böttchergässchen, als gegen 10.45 Uhr eine zwei Meter hohe und einen halben Meter dicke Mauer einstürzte.“