Sonntag, 22. März 2009

Unsere Krupps: wie Könige, nur härter

Prätentiöses Zeitgeschichte-Kino liefert weiterhin das ZDF, morgen geht die Krupp-Triologie an den Start. „Wie Könige, nur tüchtiger“ lautet der Aufmacher auf der ZDF-Website, und das Interview mit den Darstellern Iris Berben und Benjamin Sattler trägt den Titel „Andere Zeiten“ (im übrigen ohne damit den Wortlaut der Darsteller wiederzugeben). Die Programmgestaltung des „Zweiten“ ist pföffig: Vor den Krupps läuft „Kampf um Germanien“. Über die Darstellung der Granaten-Familie schreibt die FAZ, Regisseur Carlo Rola stilisiere „die Villa Hügel zum ‚ÄöGeisterhaus’ und bleibt demselben Mythos verhaftet, mit dem schon der Kaiser und Hitler die Massen bewegten – dem Mythos Krupp“, derweil Spiegel Online über „Geschichtsrevisionismus getarnt als Küchenpsychologie“ stöhnt. Kurz: Den Mehrteiler muss ich sehen! So, wie wir mit „Die Wölfe“, der emotionalen ZDF-Triologie Knoppscher Prägung zur deutschen Nachkriegs- und Wendegeschichte, heute in die zweite Runde gegangen waren. Es geht spannend zu, der Grundton ist menschelnd. Aktueller Zwischenstand der historischen Belehrungen: Auch in der DDR gab es Altnazis, bei der Stasi landete man aus Zwang und Erpressung und auch MfS-Führungsleute waren im Grunde von ehrlicher Gesinnung.

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