Oscar-Preistr?§ger Freydank heute in Leipzig
Das berichtet die FAZ (Print) auf Seite 9 (Deutschland und die Welt). Gestern bei der R?ºckkehr aus Hollywood am Flughafen Tegel sei er ?ºberw?§ltigt gewesen vom Trubel und Medienaufgebot, das ihn erwartete. Heute reise er nach Leipzig ‚Äì … zum MDR. Trostlos: Dort ist er beruflich verpflichtet f?ºr die Serie ‚ÄûIn aller Freundschaft‚Äú. ‚Äì Willkommen, Herr Freydank, in Leipzig, einer echten Filmstadt!
Der Guttenberg-Trubel ebbt nur langsam ab. Noch brachte am 18.02. das Bayerische Fernsehen eine Dokumentation zu Enoch Reichsfreiherr von und zu Guttenberg, dem Wirtschaftsminister stammb?§umisch verbunden als leiblicher Vater und Ex-Mann der Mutter, der als Patron seiner Schlosskapelle dort gesondert logiert, zumal ‚Äì kraft seines Kontos ‚Äì den Pfarrer selbst ausw?§hlt. (‚ÄûIch wei?ü besser, was die Menschen hier brauchen, als die Landeskirche, die weit weg ist in M?ºnchen.‚Äú) Jens Jessen besch?§ftigte sich im ZEIT-Magazin mit der ‚ÄûFeuchtfrisur‚Äú Guttenbergs (‚ÄûUrsprungsmilieu der Boulevardjournalisten, T?ºrsteher und nah??stlichen Bonvivants‚Äú). Und die S?ºddeutsche Zeitung widmete am 18.02. sowohl den bekannteren deutschen Blaubl?ºtigen eine Bilderserie (‚ÄûAdel von Sinnen‚Äú) und dachte als auch nach ?ºber den ‚ÄûMythos adligen Heldentums‚Äú, selbstlose Leistung und Opferbereitschaft, und nennt das den ‚ÄûStauffenberg-Effekt‚Äú:
‚ÄûWer also dachte, die Adelsgeschlechter mit ihren Namensgirlanden und dem Efeu, das ‚ÄöTradition‚Äô wispert, existierten nur noch ausschlie?ülich zu dem Zweck, durch das Vorlesen aus Todes- und Hochzeitsanzeigen in der Frankfurter Allgemeinen f?ºr Belustigung beim Fr?ºhst?ºck zu sorgen, sieht sich eines Besseren belehrt. [...] Die permanente Pr?§senz des Hitler-Attent?§ters Stauffenberg in j?ºngster Zeit hat n?§mlich daf?ºr gesorgt, dass viele f?§lschlich denken, weil es einen adligen Widerstand gegeben hat, folge daraus auch der Umkehrschluss, dass die gesamte deutsche Aristokratie gegen die Nazis gek?§mpft und ihre Ehre behalten habe.‚Äú
Derweil kann man bei SPIEGEL online das neue Buch zu Martin Sonneborns PARTEI (lt. Wikipedia ‚ÄûPartei f?ºr Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenf??rderung und basisdemokratische Initiative‚Äú, gegr?ºndet von Redakteuren der Titanic) probelesen. Die PARTEI besucht eine georgische Oppositionspartei. F?§lschlicherweise nimmt man dort an, die deutschen G?§ste seien daheim mit 30 Sitzen im Bundestag vertreten. Die PARTEI landet in Georgien in den Fernsehnachrichten und ist abends von den Gastgebern zum Gelage gebeten: Die Weingl?§ser sind immer gef?ºllt, auf Trinkspr?ºche wird geleert:
Eine Runde sp?§ter ist die PARTEI gefordert. Also erhebe ich mich, kn??pfe mein Jackett zu, nehme mein Glas in die Hand. Tom Hintner, der neben mir sitzt, fl?ºstert: ‚ÄûSag: In Georgien m??chte ich nicht einmal tot ?ºber dem Zaun h?§ngen!‚Äú Ich verkneife mir das Lachen, schlie?ülich soll dies ein historischer Moment werden. ‚ÄûIch bedanke mich f?ºr die wunderbare Gastfreundschaft, die unsere V??lker weiter zusammenschwei?üen m??ge.‚Äú Kurze Pause, die Aufmerksamkeit im Saal ist mir gewiss, im Bewusstsein meiner Mission hebe ich die Stimme. ‚ÄûUnd ich denke, es ist jetzt an der Zeit, dass wir uns im Namen Deutschlands nach ?ºber 60 Jahren endlich f?ºr den Bruch des Hitler-Stalin-Paktes entschuldigen! Die Sache tut uns leid, es soll nicht wieder vorkommen! Gaumarjos!‚Äú Einen Moment lang ist es sehr still im Saal. Leise h??rt man, wie meine Worte ins Georgische ?ºbersetzt werden. Atemlos erwarten wir die Antwort, die Daniel Wicharz mit lauter Stimme ?ºbersetzt: ‚ÄûIst egal, macht nichts! Gaumarjos!‚Äú Yep, das war’s. Jubel brandet auf.
Apropos ‚ÄûIch wei?ü besser, was die Menschen hier brauchen‚Äú, Roland Koch l?§sst sich in der FAZ befragen zum parteipolitischen Zwist um den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender (Feuilleton, Seite 29):
Niggemeier: ‚ÄûWarum ist es eine interne Entscheidung? Sie sitzen in diesen Gremien als Volksvertreter. Warum soll die Bev??lkerung hinnehmen, dass solche Entscheidungen zwischen Parteien ausgekungelt werden ‚Äì warum hat sie nicht das Recht, dass diese Diskussion wenigstens in der ?ñffentlichkeit stattfindet?‚ÄúKoch: ‚ÄûWeil es, wenn solche Diskussionen ?ºber Personen auf dem ??ffentlichen Markt ausgetragen werden, nicht dem Sender dient und am Ende nur Irritationen ?ºbrig bleiben.‚Äú


