Mittwoch, 31. Dezember 2008

Pyromüde

Das Jahr neigt seinem Ende dramatisch sich zu. Und dann das: ich erhielt Post von der Bildungsagentur Leipzig, das Staatsexamenszeugnis – am 31.12.! Damit endet heute, oder noch besser: um 24 Uhr, nicht nur das letzte Jahr eines langen Studiums insgesamt, sondern vor allem das Jahr einer unseligen und geistig zermürbenden Prüfungszeit, die, großzügig gefasst, im Januar begann und vor wenigen Tagen, am 10.12., endete. Wie symbolträchtig also, die Zeugnisse am 30. Dezember zu verschicken, sodass sie bei den Examinierten am Silvestervormittag im Postkasten liegen. Silvester wird überschätzt, keine Frage, aber so ein Zeugnis ist schon wahrhaftiger Anlass, heute Abend nicht schon um halb zwölf ins Bett zu gehen.

Das endende Jahr 2008 waren nicht nur Staufer, Napoleonische Kriege, Berliner Intelligenzstrukturmodell (nach Jäger, 1984), handlungsorientierter Musikunterricht, Pestalozzi usf., au contraire, gerade der Dezember erwies sich als gewinnend. Zwar war der Dezember auch „virtuos“, das neue redaktionell nutzlose Verlegenheits-Magazin der GEMA, war lethargische Protestantenpredigt am Heiligen Abend, war Papstens debilvatikanischer Unflat zum Thema Familienschutz. Aber wahrlich, geliebte Zuhörer, ich sage euch, was könnte Rebbe Ratzinger schon Kartoffelklößen halb-halb entgegen setzen, was das GEMA-Magazin dem Rüblikuchen mit Zuckerguss und Marzipanfrüchten, was eine unkonzentriert Andachthaltende dem irischen Früchtekuchen mit Whisky und getrockneten Datteln, Aprikosen und Pflaumen?

Ebbe, Rebbe!

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