St. Ferneyhough
Er ist offenbar wieder angekommen: Brian Ferneyhough, der Mann, der zu den studentischen Eigenpr?§sentationen des ‚ÄûYoung Composers Forum‚Äú in der Manier eines ‚ÄûIM Gregor‚Äú zu sto?üen pflegt, n?§mlich etwas versp?§tet und sich dramatisch aus dem Dunkel der unpr?§tenti??sen Turnhalle der Lichtenbergschule l??send, ist f?ºr die 191z?§hlige Kompositionsstudierendenschar eine feste Gr???üe und Autorit?§t. Kein Kompositionsdozent ist f?ºr Unterrichte gefragter als der vergangenen Jahres gener??s mit 200.000 Euro gek?ºrte Siemenspreistr?§ger, keines der bisherigen Konzerte beklatschter als seine famosen gestrigen in der Orangerie mit den Ardittis um 17 Uhr (Sonatas for String Quartet von 1967) und um 20.30 Uhr (Streichquartette zwei bis f?ºnf).
Nichts mehr ist zu merken von den Darmst?§dter Anekdoten des Aufbegehrens, wie man sie als Student im 21. Jahrhundert nur noch aus der Musikgeschichtevorlesung kennt. Keine ‚ÄûFerneyHOUGH ab!‚Äú-Tafelanschriebe, und auch ist allhier in den Konzerten nichts mehr zu h??ren von den einstigen gr?§flichen Attent?§tern.
Grandios musizierten schlie?ülich Lukas Fels, Ralf Ehlers, Ashot Sarkissjan und Irvine Arditti als das gleichnamige Streichquartett die ferneyhoughschen selbigen, nicht weniger souver?§n sang au?üerdem Claron McFadden (Sopran) im vierten Quartett. Ein einzigartiges Erlebnis, das die leidige Frage, ob die legend?§r rasant komplizierten Girlanden und Rhythmen akkurat umgesetzt wurden, obsolet werden lie?ü. Der relaxte, virtuosische und v??llig m?ºhelose Gestus der Ardittis erhielt im Programmheft seine schwarz auf wei?üe Erkl?§rung: ‚ÄûDrittes Streichquartett ‚Äì 99. Auff?ºhrung durch das Arditti-Quartett‚Äú.
Und nein, etwas anderes als v??llige Souver?§nit?§t l?§sst sich Irvini Arditti auch nicht anmerken. Zigarillos vor und nach dem Konzert und dazwischen. Und dann seine Spr?ºche. Als Ashot Sarkissjan, Jahrgang 1977, wegen der gro?üen Notendrucke des f?ºnften Streichquartetts f?ºr einen zus?§tzlichen Notenst?§nder aufzustehen gen??tigt ist, ?§u?üert Irvine seine Bef?ºrchtung, Sarkissjan wollte wohl keinen Ferneyhough mehr spielen. Als das ?ºberformatige Notenpapier nicht so recht auf die Ablage passen will, kommentiert er das j?ºngste Streichquartett Ferneyhoughs als ‚Äûnot very long, but very wide‚Äú.
Und schlie?ülich danke er ‚ÄûSolf‚Äú, also Solf Schaefer, der Direktor des Internationalen Musikinstituts Darmstadt, setzt er kurz vor Konzertbeginn an, dass sie den Darmst?§dter Ferienkursen diesen Abend einen kleinen Beitrag ‚Äûof light entertainment‚Äú beisteuern d?ºrften. Sie erwarteten allerdings f?ºr die kommenden Ferienkurse 2010 Ferneyhoughs sechstes Streichquartett: in Hoffnung auf eine ‚Äûreal challenge‚Äú.


1 Kommentar:
[...] Dann stand ich aber beim Abwasch und wühlte meine Hände in gehärteten Grilltropffetten und dachte bei mir, es sind doch nur Kurse, Ferienkkurse für Neue Musik. Was will man denn da erwarten. Dass St. Ferneyough über einen komme. Dass das Ende erreicht ist, bevor es sich überhaupt abzeichnet. Medioker ist dann vieles. Vor allem man selbst. [...]
Kommentieren
<< zurück