W?ºstenei
Sch??nberg meistgespielter Komponist beim MDR-Sinfonieorchester: letztes Jahr herrschte noch Frohmut, als die damals neue Konzertsaison 2007/2008 ans Licht kam. Heuer sieht‚Äôs ??der aus. Ein mahnender Brief an den Rundfunk verhallte ohne Antwort: Servicew?ºste Deutschland (au, guck: schon die ‚ÄûKulturw?ºste Leipzig‚Äú war erst vorgestern mit dem MDR assoziiert). Da ich meine Zeit jedoch gerade im Staatsexamen aufreibe, ist es schade um jedes Wort; so ist‚Äôs mir zun?§chst tipp??konomische Motivation, jenes Schreiben auch hier im Weblog noch einmal zum besten zu geben. Alsdann, mit aufrichtigem Gru?üe an die Damen und Herren ‚Äûvom Funk‚Äú (Funk – klingt gut, besser als ‚ÄûMDR‚Äú, da denken alle unweigerlich an Florian Silbereisen und Gunter Emmerich; …Funk, das hat die Erhabenheit der 50er Jahre, als Radioger?§te in der guten Stube noch mobiliarische Pr?§senz aufwiesen und Sendetechniker ‚Äì ob der grobschl?§chtigen technologischen Physiognomie von Mikrophonie, Transistoren und Bandger?§ten ‚Äì den Ruch des urbanen Kohlekumpels an sich trugen… ‚Äì oh, ein Exkurs, ein ungewollter), …:
Zu H?§nden Dramaturgie/Redaktion.Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Entt?§uschung m??chte ich Ihnen zum Ausdruck bringen ?ºber die kommende Konzertsaison des MDR-Sinfonieorchesters, wie ich sie ersehen kann aus dem j?ºngst erschienen Konzertkalender: Das Neue Musik-Profil, um welches sich das Orchester einstmals bem?ºhte, scheint nahezu verschwunden. Ich stelle fest: es gibt einige wenige Konzerte, die mit neueren St?ºcken aufwarten; das Gros der Konzertprogramme allerdings verzichtet auf derlei Interessantes v??llig. (Lassen wir den Rundfunkchor unter Howard Arman au?üen vor, dessen Xenakis-Programm ‚ÄûPour la Paix‚Äú im M?§rz 2009 wohl bemerkenswert erscheinen kann.)
Elgar, Brahms, Beethoven, Haydn…: bis zum 1.11. ist zu warten f?ºr ein erstes Werk ‚Äûnach 1950‚Äú (und dann erklingt:… Toru Takemitsu; nicht gerade die Speerspitze aufregender Musik im 20. Jahrhundert). In den folgenden Konzerten sind wieder programmiert: Beethoven, Bartholdy, Brahms, Haydn… Im Februar 2008 gastiert Peter Ruzicka, der immerhin den Kalender um eine Komposition aus den 1990er-Jahren bereichert (obgleich, wie bei ihm offenbar ?ºblich, eine eigene). Letztlich bleibt nur gespannt zu bleiben auf die UA Daniel Smutnys im Juni 2009.
Fraglos herausragend ist das Konzert unter Roland Kluttig am 3. M?§rz 2009, was ?ºberhaupt nicht in Abrede gestellt werden soll: allein, im Kontext ausschlie?ülich der ‚Äûalten Musik‚Äú (die als ?ºberspitzte Umkehrung des Labels ‚Äûneue Musik‚Äú wohl alle Werke ‚Äûvor 1950‚Äú umfassen muss) gewidmeter Programme (14.9.2008, 23.9., 28.9., 5.10., 19.10. … – Sie merken, die Liste wird lang) wirkt besagtes (reizender Weise ‚ÄûGREEK‚Äú betitelte – NB. die Keckheit der Konzerttitel: ‚ÄûKLAVIATOR‚Äú, ‚ÄûHAYDNSPASS‚Äú, ‚ÄûFRANKSTREICH‚Äú, ‚ÄûCOSTA BRAVO‚Äú, ‚ÄûSALVE FELIX‚Äú, wie auch die Buntheit des Konzertkalenderb?ºchleins sind kolossal) Konzert geradezu obligatorisch. (Dass es von einem Gastdirigenten geleitet wird, verst?§rkt meinen Eindruck, das MDR-Orchester in Leipzig k?ºmmere sich nicht mehr um Zeitgen??ssisches.)
Das Konzertprogramm zu gestalten und das Profil zu formen ist nat?ºrlich ganz Ihre eigene Sache. Allein, f?ºr Studierende und solche Personen, die das zeitgen??ssische Musikgeschehen (traditioneller Weise eigentlich ein Anliegen der Rundfunkanstalten) mitverfolgen m??chten, verlieren die Konzerte des MDR-Orchesters stark an Attraktivit?§t. Nicht entscheidend ist die Zahl der vergebenen Kompositionsauftr?§ge, ganz bestimmt nicht; aber eine Tendenz zu bezeugen vermag sie wohl: Haben Sie die kommende Gewandhaussaison auf diesen Aspekt ?ºberpr?ºft? Dort werden f?ºnf Urauff?ºhrungen stattfinden. Nicht 10, nicht 20; wir sind in Leipzig, nicht in Donaueschingen. Aber f?ºnf- das MDR- Sinfonieorchester beauftragte eine.
Noch zwei Jahre studiere ich in Leipzig: In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen Gr?º?üen und in Hoffnung auf starke zeitgen??ssische Konzertsaisons 2009/2010 und 2010/2011,
Stefan Beyer
Studierender Lehramt an Gymnasien, F?§cher Geschichte und Musik
Meine Damen und Herren vom Funk, es ist nichts Schlechtes oder Schmutziges an der alten Musik, an Bach oder Mendelssohn. Aber der Komplettierung halber sollten Sie Einen noch hinzuf?ºgen: Mozart! Fabio Luisi n?§mlich gab 2005 Salome konzertant, dann w?§re es nun an Jun M?§rkl, im Sinne der neuen Programmgestaltung mit der Zauberfl??te nachzufolgen. Und wer g?§be Sarastro? Sie wissen‚Äôs! ‚Äì genau: Gunter Emmerich. Starbesetzung. …
- Ausgefunkt; willkommen beim MDR.
Danke, Rundfunk! Das Sinfonieorchester des MDR unter Jun M?§rkl leistet die l?§ngst n??tige Grobarbeit in der Kulturw?ºste Leipzig und gr?§bt musikalische Rarit?§ten aus, die hier in der Stadt allzu kurz kommen: Bach und Mendelssohn Bartholdy. Heureka! Werke, die in Zukunft hoffentlich nicht ungeh??rt bleiben werden. Wer also Lust hat und Mut auf das Aufregende, Un-Erh??rte und Unbekannte, der lasse sich die Matineevorstellung am 15. Juni keinesfalls entgehen. Gewandhausorchester, Barockorchester, Nikolai- und Thomaskirche, Thomanerchor ‚Äì keiner schert sich mehr um die beiden Meister. Lieber MDR, gut das Leipzig euch hat; ihr macht euch zunehmend unverzichtbar.
Gro?ües Theater (bzw. Lichtspieltheater) beim Universit?§tsorchester in Leipzig. Am Freitag hat eine Dokumentation in den Passagekinos Premiere ?ºber das junge Sinfonieorchester, das sich l?§ngst einen Namen gemacht hat als studentischer Kulturbotschafter f?ºr b?ºrgerlichen Schmelz und zeitgen??ssisch Altbackenes, und diese tr?§gt den Titel: ‚ÄûBis zum letzten Moment‚Äú, wobei man sich fragt, ob feierlich gemeint ist: bis zum letzten Moment des Konzerts (musizieren) oder ironisch: bis zum letzten Moment vor dem Konzert (proben). Die Doppeldeutigkeit mag intendiert sein.
