Mit dem größten Würstchen aller Zeiten in flagranti
Die Deutschen. Haben eine Macke. Weil sie einem Hütchenspieler aufsaßen. Henryk M. Broder: „Alles Adolf“ (aus dem aktuellen Spiegel-Magazin). Weiter zum TV. Ist Kulturnacht. Eben Bruce Darnell bei Zimmer Frei im WDR; jetzt der Fall Vera Brühne auf ARTE. Es geht um Leichen, Tübingen und bayerischen Dialekt. Waffenhändler tot, Weib auch – wer war’s? Bisher langweilt’s, aber der Weißwein ist prima. Es geht um juristische Lehrstücke. Fein, fein. Was anderes: Kebabgeständnis bei der ZEIT: schon gehört? Von sich aus habe er noch „keinen Döner bestellt“, der Helmut Schmidt. Gibt er bei einer Zigarette Auskunft.
Ein Traum übrigens: Arte+7, dort bringt Arte online seine Sendungen noch sieben Tage nach Ausstrahlung komplett zum nach-Sehen. Prima, prima! Hier gibt es noch einige Tage die Doku “Die Spielwütigen” von 2004, eine Langzeitdoku über Schauspielstudenten der Schule Ernst Busch Berlin. „Mein Sohn muss seine Träume zu Erfüllung bringen“ sagt ein Papa, polnischer Vater, bärige Statur, verschränkte Arme, echter Patriarch. Immerhin verständnisvoll. Im Gegensatz zur bürgerlichspießigen Familie („…wenn du deinen Lebensweg planen willst…“) der Stephanie Stemler, die der Tochter Larifaristudiengänge nahelegt („dann hast du immer…“). (Eltern. Lehrer wahrscheinlich. Wer die Mitte erreicht hat, fürchtet abzustürzen. Come on.) Und ihre Tochter herabwürdigt („…das muss ja auch ein gut investiertes Geld sein, das da hineingesteckt wird…“) und die 18- oder 19-Jährige nötigt zu Sätzen wie: „ich wollte immer Künstlerin werden“. Darauf die spitze Mama: „Gut, das kann sein, dass der Traum in Erfüllung geht, aber wenn man Pech hat, halt nicht, ja, und dann fragt man sich so, so, was ist gewesen, was habe ich gemacht…“ – jedenfalls nicht Lehramt studiert, du Henne; „…wie sieht jetzt meine Zukunft aus…“ – weniger verbohrt als deine; „…und dann auch die Frage, wie das finanziert wird“. Investieren tut man in Aktien. Nicht in Töchter. Mannomann. Entwicklungspsychologisch betrachtet vertritt die Mutter die sogenannte Modelling-These: sie erzieht, wie sie selbst erzogen wurde. Fällt mir gerade ein. TV-Tipp also.


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