Keep your judgment pure. Drink responsibly.
So lautet der Willkommensgruß der Firma Finlandia Vodka. Die Seite darf schließlich nur betreten, wer aufwendig seine Muttersprache, seine Herkunft und sein exaktes Geburtsdatum angibt (oder nicht seines, die Maschine drückt bei Abweichungen ein Auge zu). Antiraucherkampagnen fallen mir ja als Nichtraucher kaum auf, Antialkoholkampagnen da schon mehr. Auf den Etiketten der Ur-Krostitzer-Produkte steht neuerdings auch ein Signet, am größten darauf das Wort „Bier“, dazu irgendein Satz wie „Gib Bier keine Chance“. Die Herren vorm Lidl werden sich’s zum Anlass nehmen, noch einmal ihr feuchtes Gewissen zu befragen. Lustiger Aufdruck. Die Firma Lucky Strike bewies kürzlich Einfallsreichtum, und drehte im wahrsten Sinne des Wortes den markanten Warndruck auf Zigarettenschachteln, Raucherkinder, ohnehin behindert und weniger hübsch von Geburt an, stürben bald an Krebs, um, wodurch die Schachtel iPod-Optik gewann, und die Werbung titelte selbstbewusst: „iSmoke.“ Als selbstbewusst gelten dürfte auch die hundertfache Werbung der Marke Absolut Vodka. Die ist bisweilen sogar selbstironisch: „Absolut wrath“ zeigt eine zerschlagene Wodkaflasche. „Absolut drunk“ oder „Absolut criminal“ habe ich derweil noch nicht entdeckt. Aber dafür eine nackte Frau mit Schriftprojektion in Submission–Manier der Stockholmer Agentur BrittonBritton.
In irritierendem Gegensatz dazu steht ein Foto des amerikanischen Irakkrieges, welches ich heute bei Spiegel.de entdeckte („Die Bilder der Irak-Katastrophe. Panorama des Perversen, 20. März 2008“), zu sehen der Kanonenlauf eines US-Panzers, darauf der Schriftzug „Absolut Krieg“. Ähm.

