Mittwoch, 12. März 2008

Staatsprüfungen II und III

Another job well done. What a week. Welche Auswirkungen hatte die Französische Revolution auf das Alte Reich? Auf das Alte wohlgemerkt. Nicht das alte. Neither die Alte. So kurz kann eine Staatsprüfungsaufgabe lauten. Und meine knackige Antwort: gewaltig seien sie gewesen, die Auswirkungen. Hundert Punkte, schätze ich mal! Doch man hieße mich nicht eine Prüfungssau wenn ich nur eine einzige schriftliche Klausur geleistet hätte. Indeed, so war es nicht; es verhielt sich im Gegenteil wie folgt. Schon am Mittwoch, d. 27.2. reihte ich mich ein, meine Qualifikation in den lernpädagogischpsychologischen Disziplinen zu bezeugen; am darauf folgenden, respektive vergangenen, Mittwoch, d. 5.3. leistete ich meine zweite schriftliche Klausur zum Verhältnis Friedrichs II. zu den Päpsten; heute, d.12.3., wie oben beschrieben. Ein klassischer Dreier, Hattrick, Mittwoch-Mittwoch-Mittwoch eben. Eben – schönes Affirmationsadverb eigentlich.

„Nach dem spätabsolutistischen ?ñsterreich, nach dem feudal geprägten alten Reich war auch der Modellstaat des aufgeklärten Absolutismus, die jüngste, modernste und dynamischste Großmacht im europäischen 19. Jahrhundert, der stärkste deutsche Militärstaat, Preußen eben, dem Schlag des Vollenders und Bändigers der Revolution, dem Schlag Napoleons erlegen.“ (Thomas Nipperdey)

Tja. Nipperdey, Mein liebstzitierter Geschichtemacher. Adverb entdeckt? Beziehung zwischen Päpsten und Friedrich II. zu benennen (benennen, niemals heißt es benennen. Es heißt: problemorientiert diskutieren. NB) ist eine heikle Sache. Erstens begibt man sich auf dünnes Eis, wenn man als Historiker über die Verhältnisse Paulus ihm seiner Nachfolger zu Männern spricht. Zweitens gibt’s der Friedrichs zahllose, der neue Brockhaus widmet Fried – Fried den gesamten siebzehnten Band. Im Staatsexamen gemeint war Friedrich II., der vorvorletzte Staufer, und seine zwistösen Beziehungen zu den Päpsten Innozent III.- IV.; gemeint war, trotz anzüglichen und missverstehbaren Hinweises auf die kurialen Männerbeziehungen, eben nicht jener für homoerotische Historiografietendenzen prädestinierte Friedrich II., jener im Spannungsfeld von Frauenvermeidung und Asexualität libidinisierende Freund der Flöte, Friedrich II. der Große. Der war nicht gemeint. Aber von dieser Herkunft gibt’s viele. Noch des Großen Enkel heißt Friedrich und von Preußen. Und in Deutschland größtem Onlinesozialnetzwerk führen zumindest 15 Studis ein von Preußen als Nachname. Preußen eben.

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