Haec sunt capitula
Unruhe in meinem Heime: man riet mir, angesichts anstehender Staatsexamensprüfungen die erforderlichen Leistungsbelege zentral zusammen zu schaffen. D.h.: aus Schränken und Regalen suchen und in einer einzigen Mappe zu konzentrieren. Leistungsbelege der Uni – das ist schon so’n Sonderthema. Fünfe braucht man als Historiker im Hauptstudium. Meistens steht keine Note auf dem Schein und keine Beurteilung auf der Hausarbeit. Und so ein Schein an sich, das ist nur eine mehr schlechte als rechte, mit einer Büroschere in der Mitte zerteilte, A4-Kopie. (Ausnahmen bestätigen &c., jajaja.) Das Glück, am Ende seiner Studienzeit alle erforderlichen beieinander zu haben ist in der Realität also ein ernüchterndes Erlebnis. Rein optisch meine ich. Gut, also jener Ratschlag. Und ich kam ins Schwitzen, denn: wo bitte sollen sie sein, all die Latinumszeugnisse, Zwischenprüfungsbelege und Hausarbeitsleistungen? Ich ziehe schließlich gerne und häufig um; zumal ich anno 2005 f. in Schweden weilte (und allerlei Kistenkrams interimistisch in Omamas Keller einlagerte. Das steigert den Durcheinanderfaktor). Au wei!… Die Suche kostete den Abend. Das Ziel ist erreicht; und der Weg war herrlich – auf was ich da stieß… Zum Beispiel belegt der Leistungsnachweis einer Frau Doktor Priv.-Doz. meiner Proseminarsarbeit im Fach „Historische Hilfswissenschaften/Archivwissenschaften“ die Gesamtnote „sehr gut“. Dass ich eine verborgene Liebe in mir trage zu Numismatik und Heraldik – war mir zwischenzeitlich entgangen. Aber hier steht es klipp & klar: „Der stud. phil. Stefan Beyer hat … mit Erfolg teilgenommen.“ Stud. phil. – Archivwissenschaften, allet klar!..
Aber die Bombe: meine schriftliche Arbeit im mediävistischen Hauptseminar zur „diözesanen Gesetzgebung zur Zeit Karls des Großen durch Captiula“. Hört, hört. Solche C. episcoporum entstanden zwischen 800 und 950. Länger währender als Arbeitsmarktreformen in der BRD, doch der für karolingische Verhältnisse eher kurze Zeitraum deutet hin auf einen Misserfolg der Gattung. Wie es sei. Kurioser Fund jedenfalls, meine Seminararbeiten, ex divinarum scripturarum scriptis, quae electi sacerdotes custodienda atque adimplenda censuerunt. Guckst du.


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