Interpendenz bürokratischer Autokratie und anarchistischer Rebellion
Bei Aldi in der Schlange. Plötzlich bemerke ich, dass die Kasse in zwei Tonhöhen piept. War mir schon kürzlich einmal aufgefallen. Es piept hoch und tief. Welche Waren mögen hoch, welche tief piepen? Hörend entdecke ich keine Ordnung. Nur: es piept hoch und tief im Intervallabstand einer kleinen Septime! Ungefähr jedenfalls, das genau zu hören ist ziemlich knifflig. Vor allem: welche kleine Septime würde gemeint sein? Die vom Klavier, also die gleich gestimmte? (Oder: die wohl temperierte – wenn man ein Gesprächsthema sucht mit Klaus Huber.) Oder die reine aus der Obertonreihe? Nur welche von denen, darin gibt’s schließlich unzählige. Wer schlau ist, sagt jetzt: Pythagoreisches Komma. Kennt jeder, der mal Musik-LK belegt hat, Schulmusik-Ersti oder Musikdidaktikprofessor ist. Hören tut’s keiner. Ich ohnehin nicht. Sicher kann ich sagen: Kleine Septime ist, wenn jemand „There’s a place for us“ anstimmt. …Ach, die Überschrift. Jo. Zitat Rudolf Lill. Recht hat er. Ist anzunehmen. Ich beginne zu ahnen, was er meint. – Wieder einmal sitze ich nämlich in der Universitätsbibliothek und schreibe über die italienische Nationaleinigung. Kann ich gar nicht oft genug tun. Ein herrlicher Spaß! Auch toll ist Alberto Ronchey, der sagt in „Contro Roma“ (1975), Rom sei „halb Museum, halb südamerikanisches Suburbia, mehr europäid als europäisch“. Europäid? Nicht schlecht. Merken!


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