Samstag, 24. November 2007

Gaudeamus.nl erneut gehackt?

Come on! Was wird das denn nun? Die niederländische Website Gaudeamus.nl ist schon wieder gehackt. Sieht nach türkischen Urhebern aus. Zuletzt war die Seite im September gekapert worden.

Freitag, 23. November 2007

Interpendenz bürokratischer Autokratie und anarchistischer Rebellion

Bei Aldi in der Schlange. Plötzlich bemerke ich, dass die Kasse in zwei Tonhöhen piept. War mir schon kürzlich einmal aufgefallen. Es piept hoch und tief. Welche Waren mögen hoch, welche tief piepen? Hörend entdecke ich keine Ordnung. Nur: es piept hoch und tief im Intervallabstand einer kleinen Septime! Ungefähr jedenfalls, das genau zu hören ist ziemlich knifflig. Vor allem: welche kleine Septime würde gemeint sein? Die vom Klavier, also die gleich gestimmte? (Oder: die wohl temperierte – wenn man ein Gesprächsthema sucht mit Klaus Huber.) Oder die reine aus der Obertonreihe? Nur welche von denen, darin gibt’s schließlich unzählige. Wer schlau ist, sagt jetzt: Pythagoreisches Komma. Kennt jeder, der mal Musik-LK belegt hat, Schulmusik-Ersti oder Musikdidaktikprofessor ist. Hören tut’s keiner. Ich ohnehin nicht. Sicher kann ich sagen: Kleine Septime ist, wenn jemand „There’s a place for us“ anstimmt. …Ach, die Überschrift. Jo. Zitat Rudolf Lill. Recht hat er. Ist anzunehmen. Ich beginne zu ahnen, was er meint. – Wieder einmal sitze ich nämlich in der Universitätsbibliothek und schreibe über die italienische Nationaleinigung. Kann ich gar nicht oft genug tun. Ein herrlicher Spaß! Auch toll ist Alberto Ronchey, der sagt in „Contro Roma“ (1975), Rom sei „halb Museum, halb südamerikanisches Suburbia, mehr europäid als europäisch“. Europäid? Nicht schlecht. Merken!

Montag, 19. November 2007

Anne will

Ich sehe ein, meine Schreibtfrequenz lässt zu wünschen übrig. Nur ist meine Internetverbindung daheeme derart instabil, dass das Geblogge keine Freude mehr ist. Ich werde bemüht sein…

Gestern las ich bei Spiegel online, die ARD-Dame Anne Will sei liiert mit einer Professorin aus Ausland. Alle sprechen davon: Spiegel online, BILD, FAZ. Spiegel online bringt das unter “Verbandelte Medienfrauen”; BILD riesig auf der Titelseite; …und die FAZ erklärt seinen (in derlei Dingen vielleicht schwerfälligeren) Lesern in der Art eines ‘Ja, Sie haben richtig gehört!’ und 90er -Jahre-Terminologie: “Anne Will hat sich „geoutet“”. Krutzitürken.

Schwere Stunden für mich gestern abend: Tom Tykwers “Kaiserin und Krieger” auf DVD. Das Bier aus dem Schwarzwald war ein Glück – aber der Film eine Katastrophe. Gefühle, viel Schrecken, durchaus Blut, unterm Strich läuft das unter Schnulze. Irgendwie amelieesk (im negativen Sinne), Bravo-fotogeschichtenhaft, und: lang, laang. Und die Musik unsagbar. Ich hielt lange aus. Das Ende, das Ende!!.. Nein, nein. Da brach ich dann ein. Der Film muss konzipiert gewesen sein für Problemneunklässlerinnen, entrückte Gestalteten, deren Hormone den IQ verkleisterten. Gottchen. Nie wieder Tykwer. Nie wieder Filmmusik mit Klavier.

Samstag, 10. November 2007

MDR Figaro unsäglich

Der Kulturrundfunksender Figaro vom MDR beweist sich heute erneut durch elend blöde Beiträge. Schon heute nachmittag stieß mir ein Kurzbeitrag über den Dirigenten Ingo Metzmacher zum Anlass dessen Geburtstags übel auf. Die Sprecherin so nuschelig und der Inhalt so dämlich. Andauernd geht es um Metzmachers Begeisterung für die Neue Musik aber im Feature erklingt (abgesehen von einigen Sekunden Hartmann – doch der ist Trichterbecherkultur in meinen Ohren, vgl. Michael Lentz unten) dreimal (zu Anfang, zum Ende und in der Mitte) russische romantische Schule. Zum Schluss des Features tönt also noch einmal der schmissige Walzer, dann holpert die Moderatorin über ihren Text: man wünsche Metzmacher viel Erfolg weiterhin bei seinem Anliegen, gerade junge Leute für die Neue Musik zu begeistern. Stolperte sie über den offensichtlichen Widerspruch zwischen dem, was die Praktikantin im Feature gerade schwätzte, und mit welchen Worten der Beitrag nun moderiert werden soll?

Und nun zur Minute Kinderprogramm, da hat sich so’n mittelloser Schlagerheini beim Propagandaministerium für bürgerliche Gesundheitserziehung ‘ne Mukke angelacht: “Pass gut auf, schau gut hin, überall ist Zucker drin”. Würdelosigkeit à la Zukowski.

Manchmal geht Figaro einfach gar nicht. Und das immer häufiger.