Shipping a corpse
Wie f?ºhlt es sich an, Leichenteile unauff?§llig verschwinden zu lassen? Ich versuchte mich heute in der Fr?ºh‚Äô an dieser Erfahrung, als ich mein Stagepiano f?ºr seinen Postversand pr?§parierte. Die Angelegenheit hat eine etwas umst?§ndliche Vorgeschichte: die eigentliche Idee war, den nahezu 30-kg-schweren Koloss (rund 160 cm hoch) in einem passenden Riesenkarton mittels Schaumstoff-Elementen zu stabilisieren, und das Instrument auf diese Weise allereinfachst vom Postmann an der T?ºr abholen zu lassen. (Das ist ?ºbrigens ein Thema f?ºr sich. Denn egal, wie das Klavier verpackt sein wird: der Herr vom Versanddienst wird wegen der vier Etagen an dem unhandlichen Ger?§t gut zu tragen haben!) Klappte jedenfalls nicht, denn in Leipzig war dergleichen Kartonage weder bei Verpackungsgro?üh?§ndlern, noch beim Klavierspediteur, geschweige denn in Baum?§rkten zu finden. Auf diesem Wege in Schwulit?§ten geraten, half mir jedoch der Rat eines erfahrenen Klavier-Verschickers weiter: das Case sei einfach in Wellpappe einzurollen und festzugurten. ‚ÄûEinrollen‚Äú ‚Äì haha. Das klingt nach einer Weinflasche, die man schnell noch eben in Geschenkpapier dreht. Aber 154x28x12 cm bei besagtem Gewicht bedeuten ein ausgesprochen umst?§ndliches Unterfangen. Letztendlich klappte es nat?ºrlich ‚Äì dem Komposit??r ist nichts zu schw??r (haha… auweia!…). Der Mann von HERMES jedenfalls wird sich bei meinem Paket (Tarif ‚ÄûXXL‚Äú) nicht sicher sein k??nnen, ob er ein Elektroger?§t in Empfang nimmt, oder im Begriff ist, bei der Entsorgung meines einer ?úberdosis Sp?ºlmaschinen-Tabs erlegenen siebenj?§hrigen Stiefkindes (NB: innere Verletzungen durch scharfe Reinigungsmittel sind in Sachsen und Brandenburg eine nicht selten diagnostizierte Kinderkrankheit) zu helfen.
Ich vergesse, das obige Foto zu erkl?§ren: im ‚ÄûLeipziger Osten‚Äú (O-Ton Leipziger Osten ?ºber sich selbst), also auf dem R?ºckweg vom Baumarkt (eine Rolle Wellpappe zu EUR 24,95 auf Lenker und Sattel balancierend. Ich wurde zweifelsfrei irritierter beobachtet als es jener total-verh?ºllten Iranerin, welche f?ºr die AG Integration der Interessengruppe ‚ÄûLebensraum Leipziger Osten‚Äú auf in jenem Viertel all?ºberall aufgeh?§ngten Plakaten posiert, jemals widerfahren k??nnte.) passierte ich allerlei kuriose Schaufenster (‚ÄûWir sind umgezogen. Jetzt 100 m weiter recht‚Äôs!‚Äú). Nur 100 m weiter link‚Äôs stie?ü ich also auf den unbestrittenen H??hepunkt meines cursus Lipsiensis, n?§mlich jenes (insolvente) Bestattungsinstitut, welches den Muster-Grabstein im Schaufenster pr?§sentiert, und weiterhin mit folgenden Worten – molto con piet?† – an der Scheibe Kunden zu werben sucht:

Bis hierher!.. – das wird wieder alles so lang, und meine Besucher-Analysen der Google-/CIA-Webmaster-Software zeigen, dass umst?§ndliche oder lange Beitr?§ge nur in zwei von 100 Aufrufen bis zum Ende gelesen werden. Als Schlusssatz also (‚ÄûNun zu etwas ganz anderem!‚Äú) ein junger Gedanke von mir: 2013 wird ein wahrlich teutonisches Jubeljahr. Nicht nur Wagners Geburtstag und die durchschlagene Niederwerfung der Franzosen vor den Stadtmauern Leipzigs (j?§hrt sich dann beides zum 200. Mal) stehen an, sondern auch die Geburtstage von Werner H??fer und Hans Filbinger, beide Jahrgang 1913. (Und beide kraft personeller Kontinuit?§t nach den unseligen Jahren 1933 ff. in der Regierungszeit Adenauers f. gesegneter Funktionen ausgestattet. ‚ÄûTypisch BRD‚Äú, so vor 50 Jahren glasklar bewiesen vom damals mit dem Auftrag f?ºr derlei Investigationen dem Guten und Richtigen ausgestatteten unabh?§ngigen Aufkl?§rungsinstitut der DDR, n?§mlich das Sekretariat f?ºr Agitation und Propaganda; unbestritten hingegen die ‚ÄûRolle der KPD als der st?§rksten und f?ºhrenden Kraft im Kampf gegen das verbrecherische Naziregime‚Äú. ‚ÄûJa, die Regierung des Bundeskanzlers Adenauer deckt diesen Mann‚Äú ‚Äì aus: Die Wahrheit ?ºber Oberl?§nder. Braunbuch ?ºber die verbrecherische faschistische Vergangenheit des Bonner Ministers, hg. vom Ausschu?ü f?ºr Deutsche Einheit, Berlin 1960.)

