Über die Zumutung Bahn zu fahren
Gerade sitze ich im Zug und juckele, rückwärts zur Fahrtrichtung, oh je, mit dem RE von Halle (Saale) nach Halberstadt. Es ist 21 Uhr, just passiere ich die malerischen Ecken zwischen Sanders- und Aschersleben – allein, die Landschaft präsentiert sich nachtverhangen und verhindert, Sachsen-Anhalt genussvoll und zweckfrei („kontemplative ästhetische Wahrnehmung“, nach Martin Seel) durch das Fenster zu betrachten. Dass ich hier sitze, ist nicht selbstverständlich, sah doch der Ticketautomat der Deutschen Bahn für diesen Abend zunächst keine preisgünstigen (preisgünstig?) Zugverbindungen mehr. Warum stimmen die Fahrpläne an den Fahrkartenautomaten der DB nicht? Es ist wirklich allzu kurios: im Internet sind allerlei Zugverbindungen, und was für gruselige…, zu finden, welche der Automat aber völlig verschweigt. Erstellt die Bahn die Pläne mit zweierlei Methoden? Recherchierte man nicht zuvor gründlich über seine Reisemöglichkeiten, um pünktlich zum Karfreitagszauber daheeme zu sein, bliebe einem ahnungslos bahnnutzenden Wahlleipziger unnötiger Weise noch bis Karsamstag der Westausflug versagt. 2:40 h reiste ich ehemals, bei nur einem Umstieg! (die Menge scheint mir erträglich), um von Leipzig Bad Harzburg zu erreichen. Heute veranschlagt die Deutsche Bahn, bei drei Umstiegen, etwas mehr als vier Stunden (ausgenommen, man verlässt sich auf die Automaten – für meine heutige Fahrt schlug mir die Bahn eine Verbindung von acht Stunden vor, so zwischen 22 und sechs Uhr).


4 Kommentare:
Klingt wie im Bus. Die Ansage ist auch sehr “nett”.
Indeed, die Durchsage ist herrlich. Meine sächselnden Mitreisenden kann man durchs kleine Macbook-Mikro leider nur unzureichend hören.
Kommst du ursprünglich aus HBS?
Viele Grüße
Jana
Nein, ich bin Bad Harzburger, bzw. gebürtiger Braunschweiger. Niedersachse auf alle Fälle. Tut mir leid :):
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