Saturday, 28. April 2007

Wolkenlosen Himmer ?ºber Leipzig

…meldet der Deutsche Wetterdienst in seiner letzten Auskunft um sechs Uhr fr?ºh. Herrliche Sache, denn gleich geht es auf Odyssee ?ºbers mitteldeutsche Flachland “auf den Spuren von Gustav Adolf”. Allerlei winzigste Ortschaften liegen zwischen Leipzig und Wei?üenfels, in derer Gegend Gener?§le verwundet, des Schwedenk??nigs Leichnahm gereinigt, auf ?Ñckern V??lkerschlachten gefochten, und ein Nietzsche geboren wurde. In R??cken, Gro?üg??rschen, Rippach und L?ºtzen gedenken wir historische Luft zu atmen. In diesem Sinne schwingen wir uns nun aufs Radl!

Wednesday, 25. April 2007

Oettinger erfreut weiterhin Berliner Zoobesucher

Knut durch Bundespr?§sident K??hler begnadigt; Christian Klar erh?§lt Eisernes Kreuz. – Drei d?§mliche ?úberschriften (“Suche den Fehler”, hahaha), aber es hilft nichts, wenn der Aufmacher nicht doll was hermacht liest ja doch keiner weiter. Also drei Rei?üer, die mit dem kommenden bescheidenen Text rein gar nichts zu tun haben (dem Herrn sei’s gedankt). Liebe Leserinnen und Leser, wissen Sie, eigentlich wollte ich (schaut die Studierenden im Johannapark, sie arbeiten nicht) titeln: “Sommer in Leipzig”. Aber jener fr?ºhe war doch schon am Wochenende, und just heute verregnete in der Fr?ºh mein nicht Wasser abweisender Fahrradsattel – auch das Foto zeigt keineswegs jene 30-Grad-h??rt, h??rt-Klimawandel-Apriltage, sondern einen sonnigen Nachmittag im M?§rz. H?§tte ich derlei getitelt, zumal im Zusammenhang mit dem irref?ºhrenden (oha! – wieder eine nationalsozialistische Parallele, die h?§ufen sich: auch A. H. war, in vielfacher Hinsicht, irre f?ºhrend. Haha.) Bild, machte ich euch (upsi! – siezte ich nicht kurz zuvor? Gibt es eigentlich eine Ausdrucksfreiheit der Journalisten? Oder sind sprachliche M?§ngel nur bei Schriftstellern akzeptabel? Bei Bloggern d?ºrfte alles akzeptabel sein.) einer F?§lschung aufsitzen. So, genug der Aufh?§nger – womit der Bogen zur RAF wieder geschlagen w?§re, aber um jene Sonderbeurlaubten braucht’s nicht gehen. (Wenngleich mein Material auszugehen Anstalten, haha, macht, vielleicht sollte ich meine Themen nicht allzu leichtfertig abschie?üen, haha.) Gut, dieser Eintrag war nicht golden. Ersatzweise gibt es einen komischen Film, formal gegliedert durch die sich als g?ºnstig erwiesene Volkweisenform A-B-A.

Thursday, 12. April 2007

Es m??ge nutzen

Nehmen wir an, eine Schulklasse machte sich auf, die umliegende Natur wandernd zu erkunden. Eingelaufener Schuhe und gut sitzender Rucks?§cke bliebe, Nationalsozialismus hin oder her (nicht polyphon, daf?ºr braun: deutsch-nationale Klassiker 1 und 2), ein typischer Effekt nicht aus: die Sch?ºler beg?§nnen zu singen. Ein schlichter Kanon, ein pfiffiges Quodlibet – die ins Land gehenden Stunden (haha, ins Land gehend, wie die Sch?ºler, ebenfalls ins Land gehend) t?§ten den immerselben Melodien und dem alsbald zu Waldboden genudelten Liedtext keinerlei Abbruch, im Gegenteil: Schwierigkeiten mit Spr?ºngen und L?§ufen und Eins?§tzen wichen mehr und mehr einem selbstvergessen Musikkontinuum, einem gleichsam meditativen Weltharmonieempfinden. Die Singenden erreichten, nach den vorausgegangen Stufen des lustvollen L?§rmens und Pl?§rrens an sich sowie des frohsinnigen vollkehligen Musizierens, einen selbstzweckhaften Singezustand, sie verl??ren sich selbst im Gesamtklang, der Gemeinsamkeit und dem Ganzen. Es enst?ºnde nicht zwangsl?§ufig Kunst – aber jenes, was der zeitgen??ssische Musikdidakter als einen erf?ºllten ?§sthetischen Wahrnehmungsvollzug (einen kontemplativen!, das ist wichtig, einen kontemplativen!) zu bezeichnen w?ºsste. ?Ñsthetisch, weil sich im Beispiel das Singen selbst gen?ºgt; erf?ºllt, weil das Singen der Sch?ºler vollen Herzens geschieht; kontemplativ, weil die Abwesenheit von Geist und Sinn Voraussetzung ist (eine weitere Parallele zur NS-Singekultur); Wahrnehmungsvollzug, weil es was mit Wahrnehmung, und was mit Vollzug zu tun hat. Wahrnehmung im Sinne von Sinn, also Sinnlichkeit (doch Sinn?), Vollzug… naja, nichts mit JVA oder so. So, liebe Leser, ihr merkt’s, das Pils friert mein Gro?ühirn ein, da geht sprachlich einfach gar nichts mehr. Goldener Schluss der Sache jedenfalls: diese Angelegenheit ist Hauptstudenten der Schulmusik zu verklickern. Von Gl?ºck spreche, wer dies nicht tun muss. Prosit.

Sunday, 8. April 2007

Musik und Gegenwart 2007-Symposium in Leipzig

Nicht verpassen: acht Referenten sammeln sich am Freitag und Samstag, d. 13. und 14. April, in der Hochschule f?ºr Musik und Theater in Leipzig zum “Musik & Gegenwart”-Symposium. Die offizielle Ank?ºndigung:

Diese Veranstaltung versteht sich als offenes Diskussionsforum zu Fragen des k?ºnstlerischen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Orts der Musik in der m??glichst unmittelbaren Gegenwart. Was diese im Fr?ºhjahr 2007 bewegt, wird von G?§sten aus der Stadt und von au?üerhalb interdisziplin?§r umkreist, problematisiert und analysiert gebracht – aus den Bereichen der Philosophie, der Musikkritik, der Wissenschaft, der Komposition und der Literatur. Eingeladen sind nicht nur alle Studierende und Lehrende der Hochschule f?ºr Musik und Theater, sondern alle Neugierige, Gespr?§chsoffene und Zuh??rengewillte von nah und fern.

F?ºr Kaffee in ausreichender Menge wird gesorgt sein. Referiert und diskutiert wird am Freitag von 9.00 bis 17.30 Uhr (anschlie?üend Konzert 19.30 Uhr) und am Samstag von 9.30 bis 14.00 Uhr. Die offizielle Referentenliste:

Eske Bockelmann, Philosoph, lehrt an der Technischen Universit?§t Chemnitz, wichtige Buchpublikation: Im Takt des Geldes. Zur Genese modernen Denkens

Sebastian Claren, Komponist, wichtige Buchpublikation: Neither. Die Musik Morton Feldmans

Harry Lehmann, Philosoph, wichtige Buchpublikation: Die fl?ºchtige Wahrheit der Kunst. ?Ñsthetik nach Luhmann

Sebastian Klotz, Professor f?ºr Musikwissenschaft an der Universtit?§t Leipzig, wichtige Buchpublikation: Kombinatorik und die Verbindungsk?ºnste der Zeichen in der Musik zwischen 1630 und 1780

Ulrich Holbein, Schriftsteller, wichtige Buchpublikation: Der belauschte L?§rm

Claus-Steffen Mahnkopf, Komponist und Autor, Professor f?ºr Komposition an der Hochschule f?ºr Musik und Theater Leipzig, wichtige Buchpublikation: Kritische Theorie der Musik

Julia Spinola, Musikkritikerin, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wichtige Buchpublikation: Die gro?üen Dirigenten unserer Zeit

Christoph T?ºrcke, Philosoph, Professor f?ºr Philosophie an der Hochschule f?ºr Graphik und Buchkunst Leipzig, wichtige Buchpublikation: Erregte Gesellschaft. Philosophie der Sensation

Saturday, 7. April 2007

Nunc vobis subnotum sit

Dank der tapferen WordPress-Kollegen von wordpress-deutschland.org funktioniert die Kommentarfunktion endlich wieder. Der Leser darf wieder mitschreiben. Das Bild zeigt den gro?üen Lesesaal der Leipziger Unibibliothek “Albertina”, als ich dort vergangene Woche Lollii Cladis causa Seminararbeit schrieb.

Friday, 6. April 2007

Schlusslicht Lehramt Geschichte

In ZEIT Campus entdecke ich das “Hochschulranking 2006/2007″ vom Centrum f?ºr Hochschulentwicklung (CHE). Das Fach Geschichte f?ºr Lehramt der Uni Leipzig ist leider nur mit Zahlen von 2004 vertreten – ist aber umso umwerfender. Im Kompaktranking, welches im ?úberblick differenziert zwischen Spitzen- (gr?ºn), Mittel- (gelb) und Schlussgruppe (rot), zeigt sich die Leipziger Ausbildung in desolatem Zustand: alle vier von Studenten beurteilten Merkmale (Studiensituation insgesamt, Studienorganisation, Kontakt zu den Lehrenden, Bibliotheksausstattung) sind rot als “Schlussgruppe” ausgezeichnet – die Kategorie “Kontakt zu den Lehrenden” au?üerdem mit dem Zusatz “Absteiger” versehen. Upsi.

Thursday, 5. April 2007

?úber die Zumutung Bahn zu fahren

Gerade sitze ich im Zug und juckele, r?ºckw?§rts zur Fahrtrichtung, oh je, mit dem RE von Halle (Saale) nach Halberstadt. Es ist 21 Uhr, just passiere ich die malerischen Ecken zwischen Sanders- und Aschersleben ‚Äì allein, die Landschaft pr?§sentiert sich nachtverhangen und verhindert, Sachsen-Anhalt genussvoll und zweckfrei (‚Äûkontemplative ?§sthetische Wahrnehmung‚Äú, nach Martin Seel) durch das Fenster zu betrachten. Dass ich hier sitze, ist nicht selbstverst?§ndlich, sah doch der Ticketautomat der Deutschen Bahn f?ºr diesen Abend zun?§chst keine preisg?ºnstigen (preisg?ºnstig?) Zugverbindungen mehr. Warum stimmen die Fahrpl?§ne an den Fahrkartenautomaten der DB nicht? Es ist wirklich allzu kurios: im Internet sind allerlei Zugverbindungen, und was f?ºr gruselige…, zu finden, welche der Automat aber v??llig verschweigt. Erstellt die Bahn die Pl?§ne mit zweierlei Methoden? Recherchierte man nicht zuvor gr?ºndlich ?ºber seine Reisem??glichkeiten, um p?ºnktlich zum Karfreitagszauber daheeme zu sein, bliebe einem ahnungslos bahnnutzenden Wahlleipziger unn??tiger Weise noch bis Karsamstag der Westausflug versagt. 2:40 h reiste ich ehemals, bei nur einem Umstieg! (die Menge scheint mir ertr?§glich), um von Leipzig Bad Harzburg zu erreichen. Heute veranschlagt die Deutsche Bahn, bei drei Umstiegen, etwas mehr als vier Stunden (ausgenommen, man verl?§sst sich auf die Automaten ‚Äì f?ºr meine heutige Fahrt schlug mir die Bahn eine Verbindung von acht Stunden vor, so zwischen 22 und sechs Uhr).

So klingt’s im Osten: Klangeindruck aus dem Regionalexpress in der Gegend von Sandersleben (live am 5. April gegen 20 vor neun).

Tuesday, 3. April 2007

MDR Konzertsaison2007/2008

Just erschienen: der MDR Konzertkalender zur kommenden Spielzeit. Fabio Luisi hat sich wie bekannt verabschiedet, an seine Stelle tritt nun der Dirigent Jun M?§rkl. Neue Musik wird’s hier und da noch geben, tendenziell sieht es aber etwas magerer aus, ist mein erster Eindruck. Immerhin: in der Sende(r)musik-Reihe ist der j?ºngste Komponist Jahrgang 1981; und: im Komponistenranking dieser Spielzeit scheint Arnold Sch??nberg an Platz eins zu stehen – d.h. er ist der meistgespielte Komponist der Saison. Angek?ºndigt wird vom MDR au?üerdem, “mehr zu moderierten Konzerten” ?ºberzugehen, meist sehe man ja “nur den R?ºcken des Dirigenten, das wird sich jetzt ?§ndern”. Wird man im MDR bald soviel reden in den Konzert wie ehemals bei Mario Venzago und dem G??teborger Sinfonieorchester? Auweia…