Nehmen wir an, eine Schulklasse machte sich auf, die umliegende Natur wandernd zu erkunden. Eingelaufener Schuhe und gut sitzender Rucks?§cke bliebe, Nationalsozialismus hin oder her (nicht polyphon, daf?ºr braun: deutsch-nationale Klassiker 1 und 2), ein typischer Effekt nicht aus: die Sch?ºler beg?§nnen zu singen. Ein schlichter Kanon, ein pfiffiges Quodlibet – die ins Land gehenden Stunden (haha, ins Land gehend, wie die Sch?ºler, ebenfalls ins Land gehend) t?§ten den immerselben Melodien und dem alsbald zu Waldboden genudelten Liedtext keinerlei Abbruch, im Gegenteil: Schwierigkeiten mit Spr?ºngen und L?§ufen und Eins?§tzen wichen mehr und mehr einem selbstvergessen Musikkontinuum, einem gleichsam meditativen Weltharmonieempfinden. Die Singenden erreichten, nach den vorausgegangen Stufen des lustvollen L?§rmens und Pl?§rrens an sich sowie des frohsinnigen vollkehligen Musizierens, einen selbstzweckhaften Singezustand, sie verl??ren sich selbst im Gesamtklang, der Gemeinsamkeit und dem Ganzen. Es enst?ºnde nicht zwangsl?§ufig Kunst – aber jenes, was der zeitgen??ssische Musikdidakter als einen erf?ºllten ?§sthetischen Wahrnehmungsvollzug (einen kontemplativen!, das ist wichtig, einen kontemplativen!) zu bezeichnen w?ºsste. ?Ñsthetisch, weil sich im Beispiel das Singen selbst gen?ºgt; erf?ºllt, weil das Singen der Sch?ºler vollen Herzens geschieht; kontemplativ, weil die Abwesenheit von Geist und Sinn Voraussetzung ist (eine weitere Parallele zur NS-Singekultur); Wahrnehmungsvollzug, weil es was mit Wahrnehmung, und was mit Vollzug zu tun hat. Wahrnehmung im Sinne von Sinn, also Sinnlichkeit (doch Sinn?), Vollzug… naja, nichts mit JVA oder so. So, liebe Leser, ihr merkt’s, das Pils friert mein Gro?ühirn ein, da geht sprachlich einfach gar nichts mehr. Goldener Schluss der Sache jedenfalls: diese Angelegenheit ist Hauptstudenten der Schulmusik zu verklickern. Von Gl?ºck spreche, wer dies nicht tun muss. Prosit.