Karl-Marx und das Kapital – gleich in der Nachbarschaft
Hmm, alter Gouda mit frischem Sonnenblumenbrot – delikat. — Oh, ich bin schon auf Sendung *hüstel*. Wir teilen, wie gehabt, das zusammengekehrte Informationsmaterial in zwei Teile. Teil eins: das Foto, Teil 2: der Text. Wir beginnen beim Foto. Das Foto zeigt die alt-ehrwürdige Karl-Marx-Universität zu Leipzig. 1978 eröffnete das neue Campus-Gelände, exakte 10 Jahre nach Löschung der an diesem Platze befindlichen baulichen Altlast. 1978 – das war, als Angela Merkel gerade an der KMU ihr Physik-Studium abschloss (wie auch schon einige Jahre zuvor Goethe, Alfred Kästner, Richard Wagner – aber die studierten nicht Physik, sondern Rechtswissenschaft, Indologie und Zahnmedizin; und da hieß die Uni glaub’ ich noch anders). Heute studieren, bei über 60% Frauenquote, knappe 30.000 Studenten an der KMU (die heute aber glaube ich wieder anders heißt) – viele davon prinzipiell auch in dem auf dem Foto in vollem Glanze erstrahlenden Seminargebäude (gut, da müsste man mal mit Farbe drüber, aber sonst wie neu). Na, na, ich krame in der Geschichte… Das Foto (von heute, also frisch, frisch, frisch) bezeugt (noch ist es nicht ganz klar zu sehen, aber darum gibt’s ja auch einen Text zum Bild), dass es die gute KMU nun vom Hocker haut, weil es schönere Dinge gibt die sich dort bauen ließen. (Wahrscheinlich wird’s wieder eine Uni, ich kann’s nicht sagen, zu meiner Zeit wird das nicht mehr fertig.) Ich würde an dieser Stelle Teil 1 des Eintrags lassen, wie er ist; für das schwache Foto ist schon genug des Wortes verloren.
Teil 2, der Text: Der Hammer, welcher mich dieses Abends bewog, meine digitale Druckmaschine anzuwerfen, ist mein Umzug. Jener kommt, das steht fest. Und just heute, am Abend, an welchem wir eine Nachmieterin für mein Zimmer fanden, stellte sich heraus, in welch prominenter Nachbarschaft ich sechs Monate weilte: schaue ich aus dem Fenster, liegt hinter der schmalen Nürnberger Straße ein kleiner Firmenparkplatz, stehen dort ein paar Bäumchen, und sieht man ein großes Haus aus der Zeit um 1900. Und dieses Gebäude, welches ich stets für die Leipziger Wasserwerke hielt, enthält nicht Buchhalter, die fürs Duschen abkassieren – sondern die Firma Giesecke & Devrient. Na, klickt’s? Und ich fragte mich schon immer, warum die Wasserwerke sichtfeste Milchglasfenster benötigen. Nun ist es klar: gegenüber werden EURO-Banknoten gedruckt, das tut in Deutschland neben Giesecke & Devrient nur noch die Bundesdruckerei. (Sicher praktisch, direkt im Osten zu drucken. Der Aufbau geht den alten Bundesländern eh ziemlich auf die Taschen; da ist man bestimmt glücklich, zumindest an den Transportkosten sparen zu können.) Spannende Sache. Ich habe mal versuchshalber eine Führung angefragt.

